Breitenbrunn Die Gemeinde Breitenbrunn ist grundsätzlich aufgeschlossen, auf ihrem Gemeindegebiet Windkraftanlagen zuzulassen. Gemeinderat Erwin Frei formulierte es auf der jüngsten Sitzung wie folgt: Wenn die Abstandsflächen zur Wohnbebauung eingehalten werden, „müssen wir schier gar dafür sein“.
Auf dem neuen Windatlas des Regionalverbandes Donau-Iller kommt dem Raum Breitenbrunn / Babenhausen eine große Bedeutung zu. Gleich mehrere Standorte werden als geeignet eingestuft, um dort Windkraft wirtschaftlich nutzen zu können (siehe auch Karte). Laut Bürgermeister Alfons Biber hat sich das unter Anbietern von Windkraftanlagen längst herumgesprochen. Mehrere Interessierte hätten sich bereits bei der Gemeinde gemeldet.
Bis 17. Februar 2012 haben alle Gemeinden im Gebiet des Planungsverbandes Donau-Iller Gelegenheit, diese Vorranggebiete gegenüber dem Regionalverband zu bewerten. Der Verband empfiehlt den Gemeinden, das Thema erneuerbare Energien frühzeitig mit der örtlichen Bürgerschaft zu diskutieren. So soll die Windkraft Thema auf der Bürgerversammlung werden, hieß es im Gemeinderat.
Dass Windkraft und Solarfelder keine Selbstläufer sind, zeigten die Beispiele Waltenhausen im Nachbarlandkreis Günzburg und Mindelheim.
In Waltenhausen formierte sich Widerstand gegen die Windkraft und in Mindelheim gegen eine Photovoltaik-Freiflächenanlage im Osten der Stadt. Alfons Biber sagte, der Planungsverband strebe binnen fünf Jahren an, den Anteil der erneuerbaren Energien von derzeit 30 auf dann 50 Prozent anzuheben. Vor allem der Windkraft wird großes Potenzial zugetraut. Standorte, die mehr als 5,25 Meter Wind pro Sekunde versprechen, gelten als wirtschaftlich interessant.
Als mögliche Standorte im Gemeindegebiet Breitenbrunn hat der Regionalverband folgende Flächen ausgemacht:
Baumgärtle Richtung Arlesried. Dort läge die Windgeschwindigkeit zwischen 5,75 und 6 Metern pro Sekunde. Das Areal ist 57 Hektar groß. Dort wären drei bis fünf Windräder mit einer Höhe von 140 bis 150 Metern denkbar.
Westlich von Bedernau eignet sich ein weiteres, rund 16 Hektar großes Gebiet. Auch dort herrschen ähnliche Windverhältnisse wie bei Baumgärtle. Zwei oder drei Windräder könnten hier stehen. Nördlich verläuft eine Hochspannungsleitung, was insofern als günstig beurteilt wird, weil damit das Gebiet als bereits vorbelastet gilt.
Fürbuch/Korb gilt als weiterer günstiger Standort. Dort sind laut Biber fünf bis sechs Windkraftanlagen möglich.
In allen Fällen seien Wohngebiete mindestens 800 Meter weit entfernt. Einzelgehöfte müssen einen Mindestabstand von 500 Metern aufweisen. Bürgermeister Alfons Biber betonte, „es wird nicht alles genehmigt, was möglich ist“. Nicht alle möglichen Standorte würden also mit Windkraftanlagen bestückt.