Wiedergeltingen Es war am 21. Dezember, drei Tage vor Weihnachten, da hatte Anton Lutzenberger ordentlich zu schleppen. Eigentlich trägt der Gemeindediener immer nur Einladungen zu Gemeinderatssitzungen und andere Behördenpost aus, leichte Briefe also. Doch an diesem Tag war die Fracht etwas gewichtiger: Jedes Exemplar 40 Seiten stark, A4-Format, Hochglanzpapier.
Seit diesem Dezember hat Wiedergeltingen wieder eine Gemeindezeitung. Norbert Führer vom Bürgerverein hat das Blatt wiederbelebt, die Mediengestalterin Manuela Spennesberger das Layout überarbeitet und gut ein halbes Dutzend weiterer Mitarbeiter kümmert sich darum, dass Geschichten rankommen.
In drei verschiedenen Bereichen informiert das Blatt über alles, was in der Gemeinde passiert: Auf den blauen Seiten stehen vornehmlich Nachrichten aus dem Gemeinderat, auf den roten findet sich alles wieder, was Kinder und Senioren betrifft, und die grünen gehören den Vereinen.
Überhaupt: Die Vereine spielen in der neu gestalteten Gemeindezeitung eine besonders große Rolle. Mit Jens Wiethüchter hat das Redaktionsteam jemanden aus seinen Reihen dazu auserkoren, steten Kontakt zu den örtlichen Vereinen zu halten. In jedem Verein ist zudem ein Berichterstatter ernannt worden, der die Redaktion mit Inhalt beliefern soll.
Zwischen den Jahren 2003 und 2008 gab es in Wiedergeltingen schon einmal eine Gemeindezeitung. Davor erschien lediglich einmal im Jahr ein dünnes Infoheftchen: Zwei gefaltete Blatt Papier, acht kleine Seiten, auf denen die Bürger vor allem über ihre Winterdienstpflichten informiert wurden. „Das war recht putzig“, sagt Bürgermeister Michael Schulz in der Rückschau.
Das neue Blatt, Titel: „Wiedergeltingen – Unsere Gemeinde“, soll wieder da anknüpfen, wo 2008 aufgehört wurde. Damals musste die Zeitung eingestellt werden, weil das Redaktionsteam die Zeit nicht mehr aufbringen konnte. Es waren aber auch nur vier Leute beteiligt, heute sind es zehn. „Das hat Zukunft“, sagt Norbert Führer.
Die Finanzierung für das kommende Jahr zumindest ist schon gesichert. 29 der 31 Anzeigenkunden aus der Dezemberausgabe hätten sich dazu bereit erklärt, das Projekt auch 2012 zu unterstützen, sagt Führer.
Vier Mal im Jahr soll die Gemeindezeitung künftig erscheinen, sie wird den rund 550 Haushalten direkt zugestellt. Anton Lutzenberger, der Gemeindediener wird künftig also öfter schweres Gepäck zu tragen haben. Dafür ist er in der Erstausgabe auch gleich mit einer Geschichte gewürdigt. Auf Seite 13 gratuliert ihm die Gemeinde zu seinem 50. Dienstjubiläum.