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Abstimmung: Gemeinderat lehnt Solarpark ab

Abstimmung

Gemeinderat lehnt Solarpark ab

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    Gemeinderat lehnt Solarpark ab
    Gemeinderat lehnt Solarpark ab

    Wiedergeltingen Der Platz für die Sonne wäre da: In Wiedergeltingen gäbe es zwischen Bahnlinie und Autobahn eine etwa 25 Hektar große Fläche für einen Solarpark. Dazu bräuchte Wiedergeltingen einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Doch der Gemeinderat hat mit sieben zu vier Stimmen das Projekt abgelehnt. Die zahlreichen, als Zuhörer anwesenden, Grundstückseigentümer verließen daraufhin den Raum.

    Im Gemeinderat blieb es bei den alten Fronten. Daran änderte sich auch nichts, nachdem auf der Obermeitinger Informationsveranstaltung der ILE-Gemeinden Interesse an einer Zusammenarbeit bei der Erschließung und Nutzung von Standorten für regenerative Energien bekundet wurde (wir berichteten). Die Grundstückseigentümer wären bereit, Flächen für einen solchen Solarpark zur Verfügung zu stellen. Trotzdem konnten die Befürworter – neben Bürgermeister Michael Schulz sind das vor allem Hubert Meichelböck und Helmut Filser (alle CSU) – die Vorbehalte nicht ausräumen.

    Eine Rolle spielt im Hintergrund eine Kollision der unterschiedlichen Interessen: Grundeigentümer mit Besitz im Solar-Vorranggebiet gegen andere außerhalb desselben und Pächter, die durch die Verknappung der Flächen eine Erhöhung des Pachtzinses befürchten. Jürgen Schmid (FWW) brachte es auf die einfache Formel: „Ich bin gegen den Solarpark, weil ich keinen Unfrieden im Dorf möchte.“

    Auch bei der Windenergie waren einige skeptisch. Der Regionalverband Donau-Iller hatte eine Stellungnahme über mögliche Standorte gefordert. Der Gemeinderat steht diesen nicht gerade landschaftsverschönernden „Spargeln“ mit 140 Meter Nabenhöhe zurückhaltend gegenüber. Durch Geräusche und Schattenwurf wird – zusätzlich zu Autobahn und Bahnlinie – eine Beeinträchtigung der Wohnqualität befürchtet. Diskutiert wurde die Alternative, Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet gänzlich auszuschließen oder sie lediglich auf einer im Süden an die Nachbargemeinde Weicht angrenzenden Fläche zu empfehlen.

    Bürgermeister Schulz hielt es aus taktischen Gründen für ratsam, sich dem Thema nicht ganz zu versperren, denn ein Mitbestimmungsrecht hätten die Kommunen bei der Ausweisung der Standorte de facto nicht. Daher sei es als Kompromiss schon gut sagen zu können: „Wenn schon, dann dort.“ Die von Schulz vorgeschlagene Formulierung verabschiedete der Gemeinderat mehrheitlich mit sieben zu vier Stimmen.

    Dann gab es auf der Tagesordnung noch einen außerordentlichen Punkt: Bei 35 Haushalten war die Steuerung des Abwassersystems ausgefallen. Wegen des hohen Grundwasserspiegels braucht man nämlich zur Ableitung des Schmutzwassers ein durch Pumpen erzeugtes Vakuum. Vermutlich wegen der tiefen Temperaturen in der ersten Februarhälfte waren die Störungen aufgetreten. Die Ursache ist allerdings noch nicht klar. Das soll jetzt eine Fachfirma klären und – falls erforderlich – die Anlagen einer jährlichen Inspektion unterziehen.

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