40 Jahre Landkreis: Dieser Zeitraum ist ein Klacks gegenüber der Zeitreise, die Kreisheimatpfleger Peter Hartmann übernommen hat. Aber das Jubiläum war der Anlass für die Zeitreise: In diesem Jahr sollen die Unterallgäuer ihren Landkreis noch besser kennenlernen.
Bereits in aller Frühe war deshalb ein historisches Reisevölkchen im ausgebuchten Bus unterwegs „Auf den Spuren der Kelten im südöstlichen Landkreis“, so das Thema der Exkursion.
Wirklich spürbar wurde die sagenumwobene keltische Frühzeit im Staatswald südlich der Autobahn bei Wiedergeltingen. Im dichten Baumbewuchs und gegen den gleichförmigen Höhenrücken heben sich dort deutlich erkennbar von Menschenhand geschaffene Grabhügel ab.
Nach allem, was Hartmann an Wissen zusammengetragen hat, müssen die Kelten ein außergewöhnlicher Menschenschlag gewesen sein – und einer, der den Römern trotz ihres schier unendlichen Imperiums Angst einflößte: Zu merkwürdig und unerklärlich war das Erscheinungsbild und Verhalten der Stammesangehörigen, die nackt und in Kriegsbemalung kämpften oder sich dem Zugriff römischer Legionäre entzogen, indem sie in den damals undurchdringbaren Wäldern verschwanden, erzählte Hartmann.
Die im gesamten europäischen Raum und darüber hinaus ansässigen keltischen Stämme lebten sehr naturverbunden und besaßen beachtliche Kräuter- und Heilkenntnisse, gaben diese aber nur mündlich weiter, so der Historiker. Besondere Bedeutung kam dabei den Druiden zu. In der feucht-kühlen Waldluft wurde das mehr als 2000 Jahre später ein Stück nacherlebbar.
Die Erkundung der Wiedergeltinger Keltengräber endete an Hubert Schöners Waldhütte. Neben Holunderholzscheiben zeigte er Querschnittdarstellungen der Gräber, die auf archäologischen Grabungen an anderer Stelle beruhen.
Die weiteren Stationen waren Lohhof, St. Bartholomäus in Hausen, die Kapelle St. Antonius und die Kirchen in Rammingen und Türkheim, ein Grabhügelfeld bei Schlingen, die Keltenschanze bei Dirlewang und die Eisenerzgruben im Mindelheimer Bergwald. In der Keltenabteilung des Archäologischen Museums ging die Exkursion zu Ende.
Weitere Informationen zum Jubiläum und den Jubiläumsveranstaltungen gibt es hier.