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Bauantrag: Hühnerstall erneut abgelehnt

Bauantrag

Hühnerstall erneut abgelehnt

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    Rund 6000 Hühner hätten in einem neuen Stall bei Oberkammlach Bio-Eier legen sollen. Doch der Gemeinderat hat jetzt den Bauantrag erneut abgelehnt, weil der geplante Stall im erweiterten Wasserschutzgebiet liegen könnte.
    Rund 6000 Hühner hätten in einem neuen Stall bei Oberkammlach Bio-Eier legen sollen. Doch der Gemeinderat hat jetzt den Bauantrag erneut abgelehnt, weil der geplante Stall im erweiterten Wasserschutzgebiet liegen könnte. Foto: Archivfoto: Schollenbruch

    Kammlach Trotz neuer Fakten bleibt das Ergebnis gleich: In ihrer jüngsten Sitzung haben die Kammlacher Gemeinderäte erneut einen Bauantrag zur Errichtung eines Hühnerstalls abgelehnt. Bereits im April hatten sie dem geplanten Neubau am westlichen Ortsrand von Oberkammlach eine Absage erteilt, weil das Grundstück im Wasserschutzgebiet liegt (wir berichteten). Der Bauherr hätte den Stall deshalb in seinem neuen Antrag auf eine angrenzende Fläche verschoben. Doch auch die könnte demnächst im Schutzbereich liegen.

    Hintergrund ist oberflächennahes Wasser, Experten sprechen von schwebendem Grundwasser, das sich in etwa 20 Metern Tiefe sammelt und von dort in den Brunnen gelangen könnte. Um das zu verhindern, wurde ein Sperrrohr eingebaut. Den Plänen zufolge hätte es 50 Meter in die Tiefe reichen sollen. Weil sich aber zeigte, dass die Schicht in 35 bis 50 Metern Tiefe sehr wasserreich ist und der Brunnen bei allem Schutz auch nicht versiegen sollte, endet das Sperrrohr nach 35 Metern an dieser Schicht.

    Wasserversorgung hat in der Gemeinde oberste Priorität

    Die Berechnungen für das Wasserschutzgebiet basieren aber auf dem ursprünglich geplanten 50 Meter tiefen Sperrrohr. Der Schutzbereich, das habe das Wasserwirtschaftsamt Kempten laut Bürgermeister Josef Steidele bereits durchklingen lassen, ist deshalb aller Voraussicht nach zu klein. Müsste es wie erwartet erweitert werden, läge der Hühnerstall darin. „Wenn wir das verbauen, sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen. Dann müssten wir Kompromisse schließen. Und das ist meiner Meinung nicht korrekt“, sagt Steidele, der erneut betonte, dass die Wasserversorgung der Gemeinde oberste Priorität genieße. Das sahen, wie bereits im April, auch die Räte so und lehnten den Bauantrag gegen die Stimme von Andreas Suiter ab.

    Endgültig vom Tisch ist er damit aber nicht. Die Entscheidung liegt nun beim Landratsamt, das die Argumente der Gemeinde prüfen und zu einem eigenen Urteil kommen muss.

    Aus Sicht der Gemeinde spricht nicht nur das Wasserschutzgebiet gegen den Neubau. In Anbetracht der vom Hühnerkot ausgehenden Ammoniakbelastung sei zudem der Abstand zu den angrenzenden Wald- und Biotopflächen zu gering. Daneben berücksichtigten die Räte einen Einspruch der Jagdgenossenschaft und der Jagdpächter, wonach die Bebauung bejagbarer Flächen strikt abzulehnen sei. Durch den Stall würden Hasen und Rehwild in den Wald zurückgedrängt, was dort zu einem höheren Verbiss führe. Wildschweine könnten ebenfalls nicht mehr gejagt werden. (baus)

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