Das Orchester „Frisch gestrichen“ stellt beim Konzert am 19. November seine neue CD vor. Dirigent Nils Schad erklärt, warum die Formation seit 17 Jahren so erfolgreich ist

Mindelheim Ausverkaufte Häuser, Ovationen vom Publikum, Musizieren mit Herzblut und Begeisterung – das Orchester „Frisch gestrichen“ ist ein Dauerbrenner. Obwohl das bevorstehende Benefizkonzert am 19. November um 19 Uhr in der Dreifachturnhalle des Maristenkollegs heuer schon das dritte in der näheren Umgebung ist, hat der Run auf die Karten beim MZ-Ticketservice bereits eingesetzt. Wir sprachen mit dem Dirigenten Nils Schad.
Herr Schad, was für Titel spielen Sie bei dem Konzert am 19. November?
Wir wollen diesmal vor allem ein junges Publikum ansprechen, daher gibt es nur Titel aus der Pop- und Filmmusik sowie Oldies. Ansonsten soll dieses Konzert auch eine Entschädigung für das ausgefallene Mondlicht-Open-Air sein. Natürlich sind auch einige Titel unserer neuen CD zu hören. Als Bonbon kann jeder Konzertbesucher die CD zu einem Sonderpreis erwerben.
Wie haben Sie sich auf dieses Konzert vorbereitet?
Wir halten einmal im Jahr ein „Trainingscamp“ ab, diesmal in der Jugendherberge in Garmisch-Partenkirchen. Dort wurde von früh bis in die Nacht an den neuen Arrangements und CD-Titeln gefeilt. Wichtig ist aber auch, dass die Mitglieder untereinander Zeit zum Ratschen und Tratschen haben. Es gibt ja soooviel zu erzählen, was unter dem Jahr gelaufen ist!
Beim Konzert stellen Sie Ihre neue CD vor – was ist denn darauf zu hören?
Wir haben die farbigsten, virtuosesten und bekanntesten Titel unseres Repertoires seit unserer letzten CD aufgenommen. Darunter sind zum Beispiel eine „Jurassic Park“-Suite, „Das Boot“, „Fluch der Karibik“, aber auch der „Tiber Twist“ aus „Pink Panther“.
Wie verliefen denn die Aufnahmen in München? Hat das Aufnehmen im Studio das Orchester musikalisch vorangebracht?
Bei allem Stress verliefen die Aufnahmen sehr harmonisch und konzentriert. Da das Studio nicht groß genug war, haben wir in Gruppen an mehreren Tagen aufgenommen. Der pädagogische Nutzen der Aktion lag darin, dass sich jeder mit einer Extraportion Probenaufwand in die zum Teil sehr anspruchsvollen Titel vertieft hat. Anders kann man so eine aufwändige Produktion nicht angehen. Für einen großen Aha-Effekt hat bei vielen das Abhören des Aufgenommenen gesorgt, weil man Stimmen und Themen erstmals klar gehört hat, die im Konzert aus akustischen Gründen nicht so gut wahrzunehmen sind.
Wie klappt es eigentlich, alle Mitglieder organisatorisch unter einen Hut zu bringen, auch im Hinblick auf die unterschiedlichen musikalischen Fähigkeiten?
Generell treffen wir uns zum Proben immer an einem Sonntag pro Monat. So ist die Wahrscheinlich sehr groß, dass niemand verhindert ist. Was die musikalische und instrumentale Bandbreite im Orchester angeht, weiß ich über die Jahre natürlich genau, was ich dem Einzelnen abverlangen kann. Bei uns ist nicht nur die Altersspanne groß – von 12 bis 50 – , sondern auch die berufliche. Vom Schüler, Musikstudenten und Lehrer bis hin zum Ingenieur ist alles vertreten. Alle verbindet genau ein Aspekt: mit den über Jahre mühsam erlernten Fähigkeiten auf dem Instrument sich selbst und anderen Menschen eine Freude zu machen, verpackt in ein Kollektiv namens „Frisch gestrichen!“.
Worauf führen Sie es zurück, dass das Orchester immer noch so extrem beliebt ist? Haben Sie bei drei oder mehr Konzerten im Jahre nicht Angst, dass sich das irgendwann totläuft?
Ich glaube, dass die Zusammenstellung unseres Repertoires – Titel von ernst bis heiter – und deren qualitativ hochwertige Präsentation die Leute immer noch neugierig macht. Vor allem die ständige Auffrischung mit aktuellen Arrangements bereitet nicht nur dem Orchester, sondern offensichtlich auch dem Publikum Freude, nicht zu vergessen auch die lokale Verbindung des in Mindelheim geborenen Ensembles mit seinem Landkreis. Auch der Umstand, dass wir nur wenige Konzerte im Jahr geben, macht das ganze Projekt für die Mitspieler wie auch die Mithörer lebendig, spannend und wertvoll. Interview: Eva-Maria Frieder
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