Immer mehr Menschen sind von Altersarmut betroffen. Aktuell sind laut Gerhard König, dem Sachgebietsleiter für Soziales und Senioren am Landratsamt, 166 Senioren im Unterallgäu auf Grundsicherung angewiesen. Das sind 27 mehr als im Vorjahr. Normal sei eine Zunahme von zehn bis 20 Fällen. Die jetzige Steigerung um 19 Prozent sei schon außergewöhnlich.
In der Mindelheimer Tafel ist davon allerdings nichts zu spüren. In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Rentner nicht zugenommen, sagt Tafel-Leiter Peter Horn. „Das ist ziemlich konstant geblieben.“ Er geht deshalb davon aus, dass viele aus Scham auf das Angebot verzichten.
„Ich glaube schon, dass da eine Hemmschwelle vorhanden ist“, sagt er. Zumal er schon öfter Leute angesprochen habe, von denen er wusste, dass es ihnen finanziell schlecht geht. Meist habe er dann zu hören bekommen, dass sie auf keinen Fall vor dem Tafelladen gesehen werden wollen oder im Winter lieber im Mantel im Wohnzimmer sitzen, als um einen Heizkostenzuschuss zu bitten. Die Angst, erkannt und mit dem Stigma der Armut belegt zu werden, ist offenbar größer als die Furcht vor Kälte und Hunger.