Rammingen „Wenn unsere Musik dem Publikum gefällt und der Funke überspringt, dann macht auch uns das Musizieren großen Spaß.“ Dass dieser vom Musikverein Rammingen im Internet propagierte Slogan keine Phrase ist, wurde beim Jahreskonzert im voll besetzten Saal des Gasthauses Stern deutlich. Jugend- und Stammkapelle zeigten sich in Hochform. Die Besucher quittierten die musikalischen Höhenflüge beider Ensembles mit kräftigem Applaus. Um es vorweg zu sagen: Von den Pulten kam zwei Stunden lang homogene und imponierende Klangfülle.
Mit dem heiteren Marsch „A good Start“ von Luigi di Ghisallo gelang den jungen Musikern ein recht schmissiger Auftakt. Keineswegs mit Handys zu tun hatte die „SMS-Polka“ aus der Feder von Alexander Pfluger. Sie bot alles, was man von einem solchen Stück erwartet: weiche Klänge und viel Gemütlichkeit. Spätestens als ein waschechter Zirkusdirektor die Manege für „A Day at the Circus“ freigab, wurde den Zuhörern klar, dass die Jugendkapelle mit ihrem einfühlsam agierenden Dirigenten Andi Bäurle ihren Weg macht. Holte der Nachwuchs – für Vorstand Alois Ledermann der wertvollste „Rohstoff in unserer Freizeitgesellschaft“ – doch beim Bezirksmusikfest 2011 in Breitenbrunn den Sieg in der Grundstufe.
Das 37-köpfige Jugendorchester lieferte eine tolle Vorstellung ab. Mit ihren Instrumenten ließen die Jungmusiker frei nach dem Komponisten James Curnow „Löwen“ brüllen, komische Clowns lachen und gefährliche Tiger fauchen. Das Publikum sah im Geiste auch eine „menschliche Kanonenkugel“ durch den Saal schweben. Auch Rad fahrende Bären, trompetende Elefanten und prustende Nilpferde verzauberten nach Noten. Die Jugendkapelle kam nicht ohne Zugabe von der Bühne.
Als Blasorchester, dem man gerne zuhört, empfahl sich die von Hans Eidelsburger dirigierte Stammkapelle. Zurücklehnen und entspannen war angesagt, als die Musiker mit schönen Tönen sowie klangvollem Bass- und Klarinettensolo bei der „Sorgenbrecher-Polka“ der Hektik des Alltags die Türe boten. Wie pure Lebensfreude fühlte sich auch der gleichnamige Walzer von Kurt Gäble in den Ohren der Zuhörer an. Als wunderschönes Solostück kam der Ohrwurm „The Rose“ daher. Gebannt lauschten die Konzertbesucher der Piccolotrompete des Solisten Stephan Gerum.
Nach der Pause boten die Stammmusiker noch einmal alle Kräfte auf. Beim Showrock „Brennende Herzen“ formten sie einen Diamanten der Blasmusik. Mit seinem Posaunensolo gab Stefan Mayer dem musikalischen Edelstein den letzten Schliff. Bei dem Hit „The Glory of Love“ übernahmen die Klarinettistinnen Marianne Lutzenberger und Bernadette Natterer die Hauptrolle.
Der ASM-Bezirksvizedirigent Martin Jall zeichnete beim Konzert neun Mitglieder aus, die zusammen „335 Jahre Blasmusik in Rammingen“ verkörpern. Gefeierter „Star des Abends“ war der Trompeter Stefan Britzelmayr, der vor 60 Jahren den Verein gründete und sein früherer Manager war.
Tobias März, Lukas Rausch und Katharina Egger bestanden die Bläserprüfung D1. Die D2-Prüfung haben in der Tasche: Verena Ratzinger, Theresa Förg und Elena Dilba. Jall appellierte an die Ramminger Blasmusiker, sich wieder mehr an Wettkämpfen nach Noten zu beteiligen. Gelegenheiten dazu hätten sie viele. So auch beim erstmals vom ASM ausgeschriebenen „Wettstreit für traditionelle Blasmusik“ am 13. Oktober 2012 in Breitenbrunn.