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03. September 2010 12:03 Uhr

Kreis Unterallgäu

Kassenwart verschwindet mit Vereinsvermögen

Schock für den Liederkranz Haselbach im Kreis Unterallgäu: Auf einen Schlag hatte der Verein fast das gesamte Vermögen verloren. Der Grund: Ein früheres Vorstandsmitglied wollte umziehen - und war plötzlich weg. Von Karl Kleiber

Geld

Fast mit dem gesamten Bankguthaben hat sich der Kassier des Liederkranz Haselbach aus dem Staub gemacht. Die Polizeiinspektion Mindelheim hat anhand der beschlagnahmten Kontoauszüge und des Kassenbuches die ungefähre Summe des veruntreuten Geldes ermittelt, die Vorsitzender Josef Kleiber mit rund 7800 Euro bezifferte. Der mutmaßliche Täter wurde im Schwarzwald ausfindig gemacht.

Vor gut eineinhalb Jahren zog der Mann und spätere Kassier mit seiner Frau nach Haselbach und machte einen soliden Eindruck. Beide sangen bald im Kirchenchor und der Neubürger schloss sich auch dem Männerchor als aktiver Sänger an. Durch seine kollegiale Art und das Engagement für den "Liederkranz" gewann er schnell das Vertrauen des Vorstands und wurde bei der Jahresversammlung im April 2009 zum neuen Schriftführer und Kassier gewählt, da beide Posten vakant waren.

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Er erhielt durch den Vorsitzenden Josef Kleiber eine Bankvollmacht und beantragte daraufhin eine EC-Karte, um die finanziellen Angelegenheiten des Vereins regeln zu können. Doch das wusste offenbar niemand.

Dass der Kassier eine EC-Karte besitze, sei nichts Ungewöhnliches, sagt der Geschäftsstellenleiter der örtlichen Bank. Auch die Kassenführer der anderen Vereine seien im Besitz einer solchen Karte. Anfänglich hob der Mann nur kleine Beträge ab und alles hatte seine Ordnung, so Vorsitzender Kleiber, der nach eigenen Angaben zum Beginn der Tätigkeit noch ein Auge auf den Neuling geworfen hatte.

Erste Irritationen gab es dann nach dem Weinfest im vergangenen Herbst, als man glaubte, es müsste mehr Geld übrig geblieben sein als tatsächlich vorhanden war. Ab Dezember 2009 wurden die an Geldautomaten abgehobenen Summen immer höher und die Zeitabstände immer kürzer, berichtet Kleiber. Mitte April 2010 hob der Kassier innerhalb von drei Tagen sage und schreibe 2100 Euro per EC-Karte ab. Einige Tage später verzog er plötzlich unbekannt. Er nahm das Kassenbuch, die Kontoauszüge, die Schriftführerkladde und sogar die vereinseigene Sängerjacke mit.

Als der Kassier weggezogen war, wurden die Unterlagen freilich vermisst. Es wurden Nachforschungen angestellt. Über das Motiv des Mannes und die Hintergründe für die Straftat ist nichts bekannt.

Nachdem ihn die Polizei im Schwarzwald ausfindig gemacht hatte, wollte er die geforderten Unterlagen nicht mehr herausrücken. Nach einer Anzeige des Gesangvereins wurden diese beschlagnahmt und der Polizeiinspektion Mindelheim übergeben, die nun ermittelt. Offenbar überließ er dem Verein noch eine kleine Summe, um wenigstens den Dirigenten bezahlen zu können. Ob der Liederkranz jemals wieder an sein Geld kommt, ist derzeit noch offen.

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