Wiedergeltingen/Türkheim Vor allem morgens ist die Situation tückisch: An einzelnen Stellen ist es auf den Straßen spiegelglatt. Viele Autofahrer rechnen nicht damit – und schon ist es zu spät. Allein gestern haben sich in Wiedergeltingen und Türkheim vier Glatteisunfälle ereignet. Die Polizei appelliert, vorsichtig zu fahren.
Mittwochmorgen gegen 7 Uhr: Ein 35-Jähriger aus dem Unterallgäu fährt mit seinem beladenen Lastwagen durch Wiedergeltingen Richtung Buchloe. In einer Linkskurve in der Mindelheimer Straße ist es spiegelglatt. Der Mann verliert die Kontrolle über seinen Kipper, rutscht nach rechts über den Gehweg und prallt gegen eine Hausmauer. Wie die Polizei Bad Wörishofen auf Nachfrage mitteilt, wurden an dem Haus der Putz und zwei Fenster beschädigt. Der Schaden an Fahrzeug und Haus nach dem Unfall ist beträchtlich: 20 000 Euro. Der Fahrer muss leicht verletzt ins Buchloer Krankenhaus gebracht werden.
Nur kurze Zeit später kommt ein 26-Jähriger aus Ettringen an der gleichen Stelle ins Rutschen. Er prallt gegen den Lastwagen – noch einmal 1800 Euro Schaden.
Doch die Polizisten können kaum verschnaufen: Etwa eine Stunde später kommt in Wiedergeltingen noch einmal ein Autofahrer ins Schleudern: Die Rutschpartie des 55-jährigen Wörishofers endet in der Stockheimer Straße an einer Straßenlaterne. Schaden diesmal: 3050 Euro.
Und auch in Türkheim gab es gestern einen Glatteisunfall. Wie die Polizei berichtet, kam am Morgen ein 21-jähriger Türkheimer nach der Wertachbrücke beim Zollhaus ins Schleudern, das Auto überschlug sich und kam im Straßengraben auf dem Dach zum Liegen. Der Fahrer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht, am Auto entstand ein Totalschaden von 3000 Euro.
Schon am Dienstagmorgen hatte ein 23-Jähriger in Irsingen die Kontrolle über seinen Wagen verloren und einen Leitpfosten und mehrere Bäume gestreift. Der Unfall verlief recht glimpflich, der Schaden beträgt hier 350 Euro.
Franz Schlimmer, der stellvertretende Chef der Wörishofer Polizei, versucht die vielen Unfälle zu erklären: „Viele haben sich noch nicht auf die Situation eingestellt.“ Auch wenn die meisten schon Winterreifen hätten, so müsse sich jeder bewusst machen: „Jetzt ist die gefährliche Zeit.“ Durch den Nebel werden die Straßen vereinzelt spiegelglatt. Schlimmer erklärt, dass es vor allem auf und hinter Brücken, im Wald und in Kurven schlagartig rutschig werden kann und appelliert, vorsichtig zu fahren.