Mittwoch, 13. Dezember 2017

28. Mai 2011 00:06 Uhr

Fend 2000

Messerschmitt-Kabinenroller: Der einzige seiner Art

Ludwig Städele aus Bad Wörishofen fährt das auf dem Markt einzige, zugelassene Modell des Messerschmitt-Kabinenrollers F2000. Am Sonntag ist er im Fernsehen zu sehen.

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Das ist kein Starfighter, sondern der letzte Messerschmitt-Kabinenroller, den Konstrukteur Fritz Fend Ende der 80er Jahre entworfen hat. Ludwig Städele brachte den Prototyp auf die Straße.
Foto: Städele

Als alter Messerschmittler war Ludwig Städele zusammen mit Robert Fenster zum 70. Geburtstag von Fritz Fend am 12. April 1990 eingeladen. Kurz vorher hatte der Konstrukteur seinen F2000 öffentlich vorgestellt, ein nach einem Umbau 80 PS starkes, auf dem Motorradmotor der BMW K75 C 750 ccm, basierendes Gefährt. „Ich war gleich vollauf begeistert, bei Tempo 120 verbrauchte der F2000 lediglich 2,1 Liter Sprit auf einhundert Kilometern, der Luftwiderstand betrug 0,11 – einmalig auf der Welt. 190 Stundenkilometer fuhr das Geschoss!“ kommt Ludwig Städele heute noch ins Schwärmen.

Fritz Fend sah im F2000, seinem letzten Messerschmitt-Kabinenroller, ein sparsames Kleinfahrzeug für Pendler. Um auch die Stirnfläche klein zu halten, mussten die Insassen allerdings hintereinander sitzen. Das ungewöhnliche, wassergekühlte Gefährt (Kühler war die Flosse!), das mehr einem Starfighter glich als einem Kabinenroller, ging Städele nicht mehr aus dem Kopf. Er fuhr zu diesem Zeitpunkt noch seinen „gelben Messerschmitt Tiger“ mit Sound-Center-Anhänger und der Musiker war weit über die Kneippstadt hinaus als „Tiger-Wig“ bekannt.

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Nach Fends Tod hatte auch ein amerikanischer Kaugummiproduzent ein Auge auf den F2000 geworfen, der übrigens nie einen Investor gefunden hatte, um in Serie zu gehen. Doch seine guten Kontakte zu dem damaligen Werkmeister halfen Ludwig Städele im Tausch mit seinem Tiger den F2000 im Mai 2001 zu erwerben.

Städele hatte ein ehrgeiziges Ziel

„Ganz klar wollte ich von Anfang an per Einzelabnahme die Straßenzulassung bekommen!“ Große Enttäuschung dann bei seiner ersten Fahrt zum TÜV – 32 erhebliche Mängel. Es funktionierte ja auch wenig, ob Scheibenwischer oder Armaturen, nichts als Attrappen und Abziehbilder. Der benötigte Rückwärtsgang musste eingebaut, die Hinterradschwinge von der Zwillingsbereifung auf ein Einzelrad umgebaut werden und vieles mehr.

Über jedes Teil kann Ludwig Städele eine Anekdote erzählen, Stück für Stück arbeitete er über Jahre die Mängelliste ab. „Ohne festgestellte Mängel“ erhielt er im Oktober 2004 dann die Straßenzulassung für den F2000, allerdings auf 120 Stundenkilometer beschränkt. Zum Oldtimerstammtisch nach Gersthofen machte Ludwig Städele seine erste Ausfahrt mit dem F 2000.

Seither hat er schon bei vielen Oldtimer- und Messerschmitttreffen mit seinem F2000 für Aufsehen gesorgt, obwohl dieser nur noch wenig mit dem eigentlichen Kabinenroller gemeinsam hat. Heute trauert Städele „seinem Tiger“ sogar schon wieder etwas nach.

  • In Regensburg wurde am Freitag die Fritz-Fend-Straße eingeweiht. Ehrengast war Ludwig Städele. Das Bayerische Fernsehen sendet am Sonntag zwischen 18.05 und 18.45 Uhr unter „Schwaben und Altbayern“ einen Bericht von der Straßeneinweihung.
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