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Bürgerhaushalt: Mit Seifenkisten und Co. auf der Zielgeraden

Bürgerhaushalt

Mit Seifenkisten und Co. auf der Zielgeraden

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    Schneller als die Polizei erlaubt: Mit Seifenkisten könnten die Rennfahrer beispielsweise den Kirchdorfer Hügel hinab flitzen. Das Rennen ist aber nur eine von vielen guten Ideen der Bürger.
    Schneller als die Polizei erlaubt: Mit Seifenkisten könnten die Rennfahrer beispielsweise den Kirchdorfer Hügel hinab flitzen. Das Rennen ist aber nur eine von vielen guten Ideen der Bürger. Foto: Stefan Puchner, dpa

    Bad Wörishofen Die virtuelle Ideenkiste zum Bürgerhaushalt ist wieder um einige Vorschläge reicher. Derweil bereitet man im Rathaus die erste Prämierungsrunde vor. Und für Kämmerin Beate Ullrich steht fest, dass in diesem Jahr noch mindestens ein Projekt der Bürger umgesetzt wird. Welches das sein wird, stehe aber noch nicht fest. Favoriten der Verwaltung seien derzeit das Seifenkistenrennen, welches am Kirchdorfer Hügel oder in der Innenstadt stattfinden könnte. Außerdem die Aktion „Blühendes Bad Wörishofen“, eventuell als Fotowettbewerb, die Kräuterwochen, das historische Bürgerfest und der Christkindlmarkt on Ice. Die Verwaltung sei der Überzeugung, dass der Vorarbeit der Bürger jetzt Taten folgen müssten, sagt Kämmerin Ullrich. Noch ist allerdings im Stadtrat kein Beschluss gefallen, welche Idee der Bürger umgesetzt wird. Ullrich kann derzeit auch noch nicht sagen, wann das Thema diskutiert wird.

    Internetplattform wird überarbeitet

    Derweil wird die Internetplattform für den Bürgerhaushalt renoviert. Man wolle die Ideen der Bürger von den Beiträgen der Stadtverwaltung optisch trennen, sagt die Kämmerin. Denn neben Bürgerfest und Christkindlmarkt können sich die Nutzer auf der Website auch über bereits beschlossene städtische Projekte wie die Neue Mitte Gartenstadt oder das Baugebiet „Gabrinus“ unterhalten. Die Stadt will auch Unterlagen zu den Vorhaben auf der Plattform bereitstellen, um den Dialog zu fördern, wie Ullrich sagt.

    Die Bürger könnten derweil weiter eigene Ideen einstellen, unabhängig von der ersten Prämierungsrunde. Im Moment sei das Engagement etwas abgeflaut. Die bislang letzten Einträge empfehlen einen Geschichtstag, einen Schnee- und Eisskulpturenwettbewerb, den Bau eines Helikopterlandeplatzes (Landungen sind bereits auf dem Bahle-Flugplatz möglich), ein Fashion Outlet für Luxus-Schnäppchenjäger, eine Sport- und Erlebnismesse oder die Bewerbung um einen Red-Bull-Flugtag, einen actionreichen Gaudiwettkampf.

    Außerdem werde es bald einen eigenen Newsletter mit Informationen zur Entwicklung des Bürgerhaushaltes geben, kündigt die Kämmerin an.

    Nur einen „echten“ Bürgerhaushalt, den wird es in Bad Wörishofen nach Lage der Dinge wohl nie geben. Bad Wörishofen bedient sich derzeit einer stark abgespeckten Variante, die von Kritikern als bloße Meinungsumfrage bespöttelt wird. Außerhalb Bad Wörishofens sei die Wahrnehmung aber eine andere, berichtet Kämmerin Ullrich. Da werde dem Kneippstädter Projekt einiges Interesse entgegen gebracht. Ein Bürgerhaushalt nach Lehrbuch würde die Bürger wohl eher durch langwierige Verwaltungsakte abschrecken, glaubt Ullrich. Ein Jahr Vorlaufzeit mit verschiedenen Arbeitsgruppen müsse man dabei einrechnen, dann erst beginnt eine Debatte im Stadtrat an deren Ende dann eine Summe im Haushalt stehen soll, über die die Bürgerschaft frei verfügen kann.

    Auch in diesem Punkt sieht Ullrich eine Gefahr. „Selbst wenn ich eine Million Euro reinstelle kann es passieren, dass eine Minderheit über diese Summe entscheidet.“ Da würden dann unter Umständen Projekte für teures Geld verwirklicht, welche den Großteil der Bürgerschaft nicht interessieren.

    Die gemachten Erfahrungen zeigten, dass die Menschen in Bad Wörishofen lieber über konkrete Projekte diskutieren wollen. Die parallel laufende Fragebogenaktion zu Haushaltsthemen dagegen kann als gescheitert betrachtet werden. Die Stadt werde darauf künftig wohl verzichten, sagt Ullrich. Die Internetplattform dagegen bleibt. Sie hat sich bewährt.

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