Unterallgäu Der Mais ist bald reif. Damit kommt auf Landwirte und Lohnunternehmer wieder viel Arbeit zu und die Verkehrsteilnehmer müssen mit verschmutzten Straßen rechnen und besonders aufpassen.
Nach Auskunft des Landwirtschaftsamtes Mindelheim reifen die einzelnen Maisschläge sehr unterschiedlich, abhängig ist das von Aussaatzeitpunkt, Düngung und Sorte. Es sei deshalb wichtig, dass jeder Landwirt seine Bestände selbst kontrolliert.
An verschiedenen Stellen im Landkreis nehmen Vertreter des Amtes Proben und analysieren den Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt). Die optimale Silierreife ist in der Regel bei einem TS-Gehalt von 30-35 Prozent in der Gesamtpflanze erreicht. Die ersten Ergebnisse der Trockensubstanzbestimmung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Mindelheim sind in der unten stehenden Tabelle aufgeführt.
Das Landwirtschaftsamt Mindelheim bietet Landwirten an, den Trockensubstanzgehalt ihres Silomaises individuell zu ermitteln. Dazu sind etwa 2 Kilo frisch gehäckselter Mais von durchschnittlich entwickelten Pflanzen nötig. Nähere Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer 08261/99190.
Landwirte müssen Straßen reinigen
Im Zusammenhang mit der beginnenden Maisernte weist außerdem das Landratsamt darauf hin, dass durch Erntefahrzeuge verschmutzte Straßen umgehend von den Landwirten gereinigt werden müssen. Außerdem werden alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
Die Folgen der Maisernte für den Straßenverkehr waren Thema eines Treffens, zum dem das Landratsamt Unterallgäu jetzt Vertreter der Polizeiinspektionen Mindelheim, Bad Wörishofen und Memmingen, des Staatlichen Bauamts, des Unterallgäuer Bauernverbands BBV und der Maschinenringe Memmingen und Mindelheim eingeladen hat. Wichtig sei es, dass Landwirte und Lohnunternehmer mit Warnschildern auf die verschmutzten Straßen hinweisen und diese direkt im Anschluss an die Ernte säubern.
Bleibt der Schmutz liegen, den landwirtschaftliche Fahrzeuge bei der Maisernte auf den Straßen verlieren, könne dies für Verkehrsteilnehmer gefährlich werden, betonten die Vertreter von Landratsamt und Polizei. Häufig werde in solchen Fällen der Kreisbauhof oder die staatliche Straßenmeisterei von der Polizei verständigt und müsse die Straßen säubern. Diese stoßen dabei laut Tiefbauamtsleiter Walter Pleiner und Straßenmeister Wolfgang Gareis jedoch an ihre Grenzen. „Die letzten Jahre hatten wir großes Glück, dass nicht viel passiert ist“.
Frau verletzt sich schwer, als sie ausrutscht
Ganz ohne Folgen blieb der Ernteschmutz auf den Unterallgäuer Straßen in der Vergangenheit aber nicht. Wie Josef Eberhard von der Mindelheimer Polizei sagte, wurde beispielsweise eine Frau schwer verletzt, als sie mit ihrem Auto auf einer verunreinigten Straße ausrutschte und gegen einen Baum prallte. Es habe kein Warnschild gegeben.
In Fällen wie diesen muss der Verursacher des Schmutzes laut Abteilungsleiterin Ulrike Klotz damit rechnen, zur Verantwortung gezogen zu werden. Grundsätzlich sei es verboten, eine Straße zu verschmutzen und so den Verkehr zu gefährden. Kommt es dennoch dazu, müsse die Gefahrenstelle sofort kenntlich gemacht und die Fahrbahn unmittelbar danach gesäubert werden.
BBV-Kreisobmann Gerhard Miller und Maschinenring-Geschäftsführer Dr. Reinhold Bäßler wiesen darauf hin, dass das leichter gesagt, als getan sei. Die großen Reifen moderner Fahrzeuge sammelten viel Erde auf, so Miller. Trotz Kehrmaschine und Radlader bleibe in ausgefahrenen Straßen Dreck liegen. Wer alles sofort sauber mache, könne mit der Geschwindigkeit der Ernte kaum Schritt halten.
Die Vertreter von Straßenmeistereien und Landratsamt zeigten Verständnis für den Zeitdruck von Lohnunternehmen und Landwirten, betonten aber auch, dass der Verursacher in der Verantwortung stehe. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach und müssen Kreis oder Gemeinde die Straße reinigen, können die Kosten an den Verursacher weitergegeben werden. Und das kann teuer werden, wenn Fremdfirmen oder Feuerwehren zur Reinigung eingesetzt werden müssen. Weiter wurde angesprochen, dass bei den Fahrzeugen Schneidegeräte abgedeckt werden müssen, um Unfälle zu vermeiden. (mz)