Stauden/Reichertshofen. 14 Jahre lang, seit 1998, bezahlten die rund 8000 angeschlossenen Haushalte des Zweckverbandes Stauden-Wasserversorgung mit Sitz in Reichertshofen (Gemeinde Mittelneufnach) stabile 62 Cent netto pro Kubikmeter Trinkwasser. Weil dieser Preis schon lange nicht mehr kostendeckend war, hatte die Aufsichtsbehörde des Wasserwerkes, das Augsburger Landratsamt und der Bayerische Kommunale Prüfungsverband schon seit 2001 immer wieder eine gesetzlich vorgeschriebene Neukalkulation der Wassergebühren angemahnt. Bei ihrer jüngsten Verbandsversammlung kamen die Verbandsräte der 21 Städte, Märkte und Gemeinden im Versorgungsgebiet dieser Vorgabe jetzt nach und beschlossen mit großer Mehrheit (28 zu zwei Stimmen) eine Neufassung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung.
Der Kubikmeter Staudenwasser kostet ab dem 1. Januar 2012 demnach 70 Cent netto.
Die Grundgebühr für einen Standardwasserzähler erhöht sich von bisher 24,60 Euro auf künftig 30 Euro pro Jahr. Werkleiter Armin Drexl und der Verbandsvorsitzende, Langenneufnachs Bürgermeister Josef Böck, gehen davon aus, dass der neu festgesetzte Wasserpreis für mindestens vier Jahre Bestand hat. Eine Preisstabilität über diesen Zeitraum hinaus, oder gar für weitere 14 Jahre wie bisher, werde künftig wohl nicht mehr möglich sein. „Denn niemand kann die Entwicklung der Energiepreise abschätzen.“ Die Verbandsversammlung jedenfalls werde sich erst wieder 2015 mit einer eventuell erforderlichen Nach- und Neukalkulation befassen. Josef Böck: „Uns ist sehr wohl bewusst, dass eine Gebührenerhöhung immer als unangenehm empfunden wird. Aber der Zweckverband ist vom Gesetzgeber verpflichtet, eine kostendeckende Einrichtung zu betreiben.“ Werkleiter Armin Drexl rechnete vor, dass allein seit 2007 die Strombezugskosten im direkten Verhältnis zur geförderten Trinkwassermenge um vier Cent gestiegen seien. „Hinzu kommen noch die allgemeinen Steigerungen bei den Fremd- und Dienstleistungen sowie bei den Personal-, Treibstoff- und Materialbezugskosten.“ Auch mit der neuen Gebührensatzung gehöre der Zweckverband Stauden-Wasserversorgung im mit zu den günstigsten Wasserversorgern in ganz Bayern.
Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem angenommenen Wasserverbrauch von 120 Kubikmetern im Jahr bedeute die beschlossene Gebührenerhöhung eine monatliche Mehrbelastung von gerade einmal 1,25 Euro netto. Verbandsvorsitzender Josef Böck: „Das kann bei den Rahmenbedingungen und nach 14-jähriger Preisstabilität durchaus als moderat und sozial verträglich bezeichnet werden.“