Mussenhausen/Kirchheim Waschen, anziehen, füttern, Medikamente verabreichen und rund um die Uhr da sein: Wer sich jemals zuhause um einen Pflegebedürftigen gekümmert hat, weiß um die damit verbundene körperliche und seelische Belastung. Damit sich die pflegenden Angehörigen von Zeit zu Zeit davon erholen und neue Kraft schöpfen können, bieten nun das Marienheim Mussenhausen und das Sozialzentrum Kirchheim jeweils drei eingestreute Tagespflegeplätze an.
Der große Vorteil ist die Flexibilität
In der Praxis heißt das: Die Pflegebedürftigen werden halbtags, ganztags, an einzelnen Wochentagen oder auch die ganze Woche in einer der beiden Einrichtungen betreut. Deren Geschäftsführer Konrad Pape sieht in dieser Flexibilität einen großen Vorteil des Angebots. „Es kann in einem hohen Maße an die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden.“
Bereits im vergangenen Sommer gab es im Marienheim Mussenhausen auf Initiative der Bürgermeister der beiden Marktgemeinden Kirchheim und Markt Rettenbach einen Runden Tisch zum Thema „Einrichtung von Tagespflegeangeboten“ (wir berichteten).
Den Anstoß, solche Angebote zu schaffen, lieferte das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises. In einer Befragung war der Wunsch, bei Eintritt von Pflegebedürftigkeit möglichst Zuhause versorgt zu werden, an erster Stelle genannt worden.
Bislang, so Pape, gebe es im Landkreis aber nur wenige Tagespflegeangebote. Wer sie in Anspruch nehmen will, muss je nach Wohnort längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Dadurch verlören die Angebote für die Angehörigen jedoch an Attraktivität. Die insgesamt sechs neuen Plätzen in Mussenhausen und Kirchheim, die ab sofort zur Verfügung stehen, sollen die Versorgung verbessern.
Aufnahme im Heim kann verzögert werden
Geschäftsführer Pape beschreibt die Tagespflege als einen „Baustein häuslicher Versorgungsstrukturen“. Dieser ziele vorrangig darauf ab, die Pflege im ambulanten Bereich zu unterstützen und so eine Aufnahme ins Heim zu vermeiden oder zumindest geraume Zeit hinauszuschieben. (mz)