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Bürgerversammlung: Noch immer ohne Schulden

Bürgerversammlung

Noch immer ohne Schulden

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    Auf ein „bewegtes, arbeitsreiches und auch erfolgreiches Jahr“ blickte Bürgermeister Hermann Lochbronner (stehend) bei der Bürgerversammlung in Kirchheim zurück. Auch für 2011 stehen viele Aufgaben an.
    Auf ein „bewegtes, arbeitsreiches und auch erfolgreiches Jahr“ blickte Bürgermeister Hermann Lochbronner (stehend) bei der Bürgerversammlung in Kirchheim zurück. Auch für 2011 stehen viele Aufgaben an. Foto: Foto: home

    Kirchheim Entgegen der Planungen ist der Markt Kirchheim auch im Jahr 2010 erneut ohne Kreditaufnahme ausgekommen. Wie Bürgermeister Hermann Lochbronner bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Lechler erläuterte, liegt der Schuldenstand der Marktgemeinde weiterhin bei null Euro.

    Eigentlich waren für 2010 Kredite in Höhe von 1,8 Millionen Euro eingeplant. Doch noch nicht alle Rechnungen für bereits ausgeführte Arbeiten – wie den Geh- und Radweg zu Wanzl (400000 Euro) oder den Kanal- und Straßenbau im Osten (100000 Euro) – lägen derzeit vor. Auch die für 2010 geplante Hochwasserschutzmaßnahme im Kirchheimer Osten (500000 Euro) sowie die Kosten für die Breitbanderschließung (150000 Euro) haben sich auf 2011 verschoben.

    Zusätzlich habe der Markt noch ausstehende Zuschüsse in Höhe von 578000 Euro erhalten, so Lochbronner, auch das habe sich positiv auf die Finanzlage ausgewirkt. „Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch unsere Gemeinde auf schwierige Zeiten zugeht“, sagte Lochbronner. Er rechne mit höchstens 650000 Euro Gewerbesteuereinnahmen, demgegenüber stehe die an den Landkreis abzuführende Kreisumlage von etwa einer Million Euro.

    Kirchheim bekommt keine staatlichen Schlüsselzuweisungen. Lochbronner stellte klar, dass diese von der Steuerkraft abhängen und nicht, wie manche Bürger glaubten, von Schulden. „Auch wenn unsere Gemeinde Schulden hätte, würden wir aufgrund der bisherigen Steuerkraft keine Schlüsselzuweisungen erhalten“, so Lochbronner.

    In seinem Vortrag nannte er die wichtigsten Projekte des vergangenen Jahres: Im „Lug ins Land“ konnte der „letzte weiße Fleck“ der Abwasserentsorgung abgedeckt werden. Die Arbeiten im Kirchheimer Osten werden derzeit fortgeführt. 690000 Euro hat Kirchheim für den Straßenneubau ausgegeben – für Hauptstraße, Lug ins Land, Kapellenstraße und den Geh- und Radweg zu Wanzl. Weitere wichtige Projekte 2010: die Einweihung des umgestalteten Leonhardspark, die Anschaffung neuer Fahrzeuge für Feuerwehr und Bauhof, die Vergabe für die bessere Breitbandversorgung in Derndorf, Hasberg und Tiefenried, die Umwandlung der Hauptschule zur Mittelschule und die Planungen für die neue Kinderkrippe.

    Nach seinem etwa einstündigen Vortrag samt Rückblick über die Veranstaltungen und Statistiken des vergangenen Jahres stellte sich Hermann Lochbronner den Fragen der Bürger:

    Supermarkt Angesprochen auf einen möglichen neuen Supermarkt, erklärte Bürgermeister Lochbronner, dass drei Investoren an die Gemeinde herangetreten seien, sowohl Discounter als auch Anbieter mit einem Vollsortiment. Sie hätten sich informiert, welche Standorte für ein Geschäft infrage kämen. Der Gemeinderat sei informiert und werde dann gegebenenfalls für oder gegen einen Supermarkt abstimmen. Er persönlich, so Lochbronner, stehe einem weiteren Markt positiv gegenüber. „Dem sollten wir uns nicht versperren“, sagte er. Wenn der V-Markt schließen sollte, gäbe es gar keinen Supermarkt mehr in Kirchheim, so der Bürgermeister.

    Friedhof Über das Thema Urnenwände habe man aufgrund mehrerer Anfragen vor etwa einem Monat gesprochen, erklärte Lochbrunner. Derzeit hole man Angebote ein, sehe sich Urnenwände und Stelen an und suche einen geeigneten Platz dafür. Bei der Bürgerversammlung kam außerdem der Vorschlag auf, die Gießkannen auf dem Friedhof mit einer Art Chipsystem zu versehen, damit sie wie Einkaufswägen wieder an ihren Platz gebracht und nicht einfach irgendwo abgestellt werden.

    Morsche Pappeln Die morschen Pappeln an der Bronnerlehestraße liegen laut Lochbronner auf Privatgrund. Der Besitzer sei bereits auf die Gefahr hingewiesen worden, habe aber nicht reagiert. Man werde nun noch einmal nachbohren.

    Verkehrsberuhigungen Momentan würde die Kapellenstraße samt Verkehrsinseln gerade fertiggestellt, erklärte Bürgermeister Lochbronner. Den Vorschlag, eine 30er-Zone einzurichten, nahm er auf, der Gemeinderat werde darüber beraten. Die Frage, ob eine Verkehrsberuhigung auf der Straße zur Bronnerlehe in Sommermonaten eingerichtet werden kann, werde ebenfalls mit der Polizei geklärt, so Lochbronner.

    Sauberkeit Thema war auch die Sauberkeit mancher Gehwege und Straßen im Sommer beziehungsweise die Räumpflicht der Anlieger im Winter. Einen Ansprechpartner in Sachen Sauberkeit gebe es nicht, so Lochbronner. Man könne sich aber stets an die Markträte wenden. Die Anschaffung einer Kehrmaschine, wie in der Bürgerversammlung vorgeschlagen, befürworte er nicht. Die Kosten müssten schließlich auf alle Bürger umgelegt werden.

    „Kunst am Bau“ Altbürgermeister Hermann Fischer fragte, warum nach der Renovierung des Schulsportgebäudes das Vier-Jahreszeiten-Relief nicht mehr an der Westseite angebracht werde. Laut Lochbronner habe der Schulverband dies beschlossen, weil dort ein Schriftzug hinkommen soll. Für das Relief solle ein anderer Platz gefunden werden.

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