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Freie Wähler: „Politiker stehen zu Unrecht in der Kritik“

Freie Wähler

„Politiker stehen zu Unrecht in der Kritik“

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    Peter Senner aus dem Führungskreis berichtet über Politiker und Führungsqualitäten.
    Peter Senner aus dem Führungskreis berichtet über Politiker und Führungsqualitäten.

    Kammlach Die Freien Wähler verwahren sich gegen einen „billigen Wahlkampf“ durch die CSU. Kreisvorsitzender Dr. Reinhold Bäßler sagte beim Dreikönigstreffen in Kammlach, warum einige wenige in der CSU versuchten, deutlich unterhalb der Gürtellinie Probleme an den Haaren herbeizuziehen, „bleibt mir ein Rätsel“. Bäßler schließt daraus: Wenn es offensichtlich nicht möglich ist, parteiintern die „Wadlbeißer“ über Jahre hinweg wieder zu beruhigen, „dann legt sich mir der Verdacht nahe, dass die Mehrheit der CSU diese Art von Umgang miteinander mitträgt“.

    Bei weiterem „Hickhack“ sieht Bäßler die Gefahr, dass sich übermorgen so gut wie gar keine Leute mehr für ein politisches Amt im Landkreis erwärmen lassen. Die „Wenigen“ in der CSU forderte er auf, mehr Respekt gegenüber anderen zu zeigen.

    Über den Druck, dem Politiker ausgesetzt sind, machte sich Peter Senner grundlegende Gedanken. Senner ist Mitglied im Führungskreis der Freien Wähler und coacht Führungskräfte. Er beklagte das „vollkommen unberechtigte schlechte Image von Politikern“. Deren Leistungen würden zu wenig wertgeschätzt. Sie seien die „wichtigsten Entwickler einer demokratischen Gesellschaft“.

    Im Unterallgäu arbeiteten Spitzenpolitiker, wenn es darauf ankomme, ausgesprochen gut zusammen, betonte Senner. Er habe das am Beispiel des Gymnasiums Türkheim erlebt. Staatssekretär Franz Josef Pschierer habe den Vorschlag Weirathers unterstützt, in die Schule zu investieren. Senner nahm dabei Pschierer ausdrücklich in Schutz. Dieser sei in einer schwierigen Position gewesen, da Ministerpräsident Horst Seehofer das Gymnasium Buchloe befürwortet hatte. Die aktuellen Angriffe der CSU seien „inhaltsleere Wahltaktik, Gift für das politische Klima und tragen zur Politikverdrossenheit bei“. Die eigenen Parteikollegen gerieten hier in Misskredit.

    In der Aussprache fragte unter anderem Hans Wörishofer, warum die Augenheilkunde am Mindelheimer Krankenhaus nicht mehr bestehe. Dazu mochte sich der Landrat in der Öffentlichkeit nicht äußern. In Ottobeuren seien seit Sommer 2011 bereits Hunderte Augenpatienten behandelt worden. Es gebe die Option, so etwas auch in Mindelheim aufzubauen.

    Zwischendurch sorgte Reinhold Bäßler für Schmunzeln. Zu einem Dreikönigstreffen der Freien Wähler gehört eine ordentliche Blasmusik. Diesmal war die Fünf-Mann-Kapelle der ehemaligen Landwirtschaftsschüler um Hermann Frei zu hören. Der Vorlauf war allerdings gerade einmal einen Tag. Kreisgeschäftsführer Otto Weikmann hatte schlicht vergessen, sich um den guten Ton beim großen Treffen der Freien zu kümmern. (jsto)

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