Pfaffenhausen Der demografische Wandel und seine Folgen beschäftigt derzeit nicht nur den Landkreis, sondern auch viele Gemeinden im Unterallgäu. In Pfaffenhausen sollen dazu Runde Tische für Seniorenarbeit gebildet werden – das ist ein Ergebnis der Pfaffenhauser Gespräche.
Im Blindenheim hatten sich Politiker, Experten und etwa 30 Bürger zusammengefunden, um über das Leben im Alter zu sprechen. „Dass Menschen immer älter werden, wissen wir schon lange, aber wir sind nicht darauf vorbereitet“, leitete Bürgermeister Roland Krieger die Veranstaltung ein. Das Thema werde die Kommunen künftig in vielfältiger Weise beschäftigen. Weil man nicht alles machen könne, müsse man priorisieren und mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten. „Im Jugendfußball geht das ja auch.“
Es sei wichtig, rechtzeitig die Weichen zu stellen, so Krieger. Deshalb habe man sich – trotz bereits bestehender Angebote für Senioren – dazu entschlossen, konzeptionell an die Sache heranzugehen.
Deshalb war Hubert Plepla gekommen. Er stellte in Pfaffenhausen in Kürze das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises vor, das er koordiniert. Im Gepäck hatte er ein paar Statistiken: So gibt es bereits in zwei Jahren im Unterallgäu mehr Rentner als Menschen unter 20 Jahren. Im Jahr 2025 wird ein Drittel der Unterallgäuer 65 Jahre oder älter sein. Plepla appellierte an die Zuhörer, die demografische Entwicklung jedoch auch als Chance zu sehen. „Es ist nicht nur Pflege- und Hilfsbedürftigkeit vorhanden, sondern auch sehr viel Kompetenz.“ Dass 98 Prozent der Menschen am liebsten zu Hause wohnen wollen – im eigenen Zuhause oder zumindest in der eigenen Gemeinde – sei die Grundlage für das Gesamtkonzept.
Plepla hält die Runden Tische für Seniorenarbeit für sehr sinnvoll. „Hier kann man grundsätzlich anfangen und dann Handlungsfelder aufspalten.“ Wichtig sei es, auch örtliche Einrichtungen – wie das Dominikus-Ringeisen-Werk in Pfaffenhausen – einzubeziehen, so Plepla. „Allein der Gemeinderat oder der Bürgermeister wird’s nicht schaffen.“
Konrad Merkl vom Dominikus-Ringeisenwerk (DRW), zu dem auch das Pfaffenhauser Pflegeheim St. Anna gehört, sicherte seine Unterstützung zu. Das DRW werde sich an den Runden Tischen beteiligen und diese durch Fachlichkeit unterstützen. Auch St. Anna – „eigentlich permanent ausgelastet“ – sei ein Baustein, „an dem wir anbauen können“.
Freiwillige Helfer unterstützen Senioren
Bei den Fragen der anwesenden Bürger wurde auch das Projekt „Bürger unterstützen Senioren“ (BuS) thematisiert, bei dem Freiwillige älteren Menschen im Alltag helfen. Dieses Projekt will Bürgermeister Krieger auf VG-Ebene bearbeiten. Mit den Pfaffenhauser Gesprächen sollte das Thema ins Bewusstsein geholt werden, so Krieger. Auch in den Pfaffenhauser Ortsteilen soll es künftig Seniorenbeauftragte geben. Und wer sich an den Runden Tischen beteiligen möchte, solle sich bei ihm melden, so Krieger. „So weit wie Pfaffenhausen ist noch keine Gemeinde“, sagte Plepla dazu. (home)
Mitmachen Wer sich an den Runden Tischen für Seniorenarbeit beteiligen möchte, soll sich bei Bürgermeister Roland Krieger, Telefon 08265/9698-0, melden.