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Gemeinderat: Sorge um Lärm, Boden und Grundwasser

Gemeinderat

Sorge um Lärm, Boden und Grundwasser

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    Für das Kieswerk Dachser in Türkheim wird zurzeit ein neuer Bebauungsplan erarbeitet.
    Für das Kieswerk Dachser in Türkheim wird zurzeit ein neuer Bebauungsplan erarbeitet.

    Türkheim Ruhe, Boden, Grundwasser: Die Pläne für das Kieswerk Dachser beeinflussen viele Dinge drumherum. Damit hat sich der Türkheimer Gemeinderat in der vergangenen Sitzung beschäftigt. Denn hier soll der Bebauungsplan geändert werden.

    Das ist vor allem wegen der Halle im Norden des Geländes nötig. Im März 2008 hatte die Firma Glass den Auftrag bekommen, Betonteile für den Pfändertunnel in Österreich herzustellen. Die Fertigungshalle dafür wurde auf dem Gelände der Firma Dachser in Türkheim gebaut. Die Gemeinde genehmigte eine Nutzung bis März 2010 – seitdem hat die Halle keine Betriebserlaubnis mehr. Damit die 130 Meter lange Halle stehen bleiben kann und dort weiter Betonfertigteile hergestellt werden können, braucht das Unternehmen den entsprechenden Bebauungsplan.

    Die Halle soll wieder produzieren dürfen

    Im Februar 2011 hatte die Firma Dachser der Gemeinde angeboten, einen Planer zu beauftragen und die Kosten für den Bebauungsplan zu übernehmen. Der Gemeinderat hatte den Aufstellungsbeschluss gefasst und im September dem Vorentwurf des Bebauungsplans zugestimmt. Jetzt trug Planer Gerhard Abt im Gemeinderat vor, welche Einwände die Träger öffentlicher Belange nach der Auslegung vorgebracht hatten.

    Dabei ging es vor allem um den Lärmschutz. Denn schließlich liegt das Wohngebiet am süd-westlichen Ortsende, besonders die Alpenstraße, nur wenige hundert Meter von der Halle entfernt.

    Ein Gutachter hatte deshalb ein Schallschutzgutachten erstellt und dafür an zehn Stellen rund um das Gebiet – auch dort, wo laut Flächennutzungsplan erst später einmal Wohnbebauung entstehen soll – die Lautstärke gemessen. Das Ergebnis zeigt: Zurzeit liegen die Lärmpegel an allen Stellen unter dem Immissionsrichtwert. Es zeigt aber auch: In der Nacht werden keine Arbeiten stattfinden können, denn dann würde es zu laut werden, erklärte Rudolf Fischer vom Landratsamt. Und ergänzte: „Das hat die Firma Dachser aber auch nicht vor.“

    Fischer betonte, man könne die Vorgabe im Bebauungsplan bis zu drei Dezibel unter den Richtwert reduzieren – aber nicht weiter, denn der Bestand müsse geschützt werden. Marktbaumeister Robert Joder sagte, die Verwaltung empfehle, diese Begrenzung zu beschließen. Das tat der Gemeinderat dann auch mit zwei Gegenstimmen. Bürgermeister Sebastian Seemüller sagte: „Das ist der Schritt, den wir jetzt tun können, und den wir zum Schutz unserer Bürger auch tun müssen.“

    Neben dem Lärm- ging es dann noch um den Grundwasser- und Bodenschutz. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten und die Untere Wasserschutzbehörde des Landratsamtes hatten in ihren Stellungnahmen gefordert, den Baggersee im Süden des Geländes in seiner ursprünglichen Form zu belassen. Die Firma Dachser hatte ursprünglich geplant, einen Teil des Sees aufzufüllen, um so mehr Platz für eine Bebauung zu haben. Der Gemeinderat beschloss jetzt einstimmig, dass der See so bleiben muss wie er ist.

    Ehemaliger Weiher darf nicht bebaut werden

    Außerdem hat das Gremium beschlossen, dass auf einer Fläche im nord-westlichen Bereich des Geländes keine Bebauung stattfinden darf. Das hatte der Bodenschutz des Landkreises empfohlen, denn die Fläche war früher einmal ein Weiher, der vor einiger Zeit mit Schlamm aufgefüllt worden ist. Außerdem ist hier eine Bodenuntersuchung nötig, weil es sich um eine vorbelastete Fläche handelt.

    Weil dieses Bodengutachten noch fehlt und auch das Lärmschutzgutachten noch in mehreren Punkten präzisiert werden muss, hat der Gemeinderat noch keinen Billigungsbeschluss gefasst.

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