Bad Wörishofen Dr. Dr. Josef Junggeburth ist Facharzt für Innere Medizin und Arzt für Lungen- und Bronchialheilkunde. Der Mediziner, der seine Praxis in Bad Wörishofen hat, ist zudem ausgebildeter Allergologe.
Ursachen der Allergie Der Auslöser für die Allergie ist laut Junggeburth eine Überreaktion des Körpers: Das Abwehrsystem erkennt eigentlich harmlose Stoffe wie die Pollen als etwas Feindliches und reagiert übermäßig stark darauf. Histamin und verwandte Substanzen werden freigesetzt und rufen Juckreiz, Niesattacken, tränende Augen, angeschwollene Schleimhäute oder Atemnot hervor. „Die tiefste Ursache für diese Überreaktion ist unklar“, so Junggeburth. Aber die Neigung, eine Allergie zu entwickeln, könne vererbt werden. Ob eine Allergie entsteht, hänge jedoch auch von äußeren Faktoren ab. Ist der Heuschnupfen erst einmal da, nimmt er im Laufe der Zeit zu, erklärt Junggeburth. „Gefährlich wird der Etagenwechsel“, sagt er. Das heißt: Der Heuschnupfen verlagert sich von Augen und Nase auf die Lunge – der Patient bekommt Asthma. Psychische Belastung könne diese Symptome verstärken.
Behandlung „Zuerst muss man den Patienten beschwerdefrei bekommen und ihn dann beschwerdefrei halten“, erklärt Junggeburth. Antihistaminika wie Cetirizin, die die Wirkung von Histamin abschwächen, lindern laut Junggeburth zwar die Beschwerden, ändern aber die Krankheit nicht, sondern unterdrücken nur die Symptome. Er empfiehlt deshalb Cortisonsprays für Nase oder Lunge, um die Entzündung zu hemmen: „Die weisen einen deutlich besseren Therapieerfolg auf.“ Bei starkem Asthma bekommt der Patient zusätzlich adrenalinähnliche Substanzen, sogenannte Atemwegserweiterer. Langfristig gesehen sei eine Hyposensibilisierung hilfreich, durch die die Reaktion des Körpers auf die Pollen verändert wird. Das Problem dabei: Die Behandlung muss idealerweise vor der Pollensaison erfolgen, sprich im Vorjahr, wenn der Allergiker noch keine Beschwerden hat. „Aber wenn es dem Patienten gut geht, geht er normalerweise nicht zum Arzt“, so Junggeburth.
Alternativen Von alternativen Heilmethoden hält Junggeburth wenig: „Sie sind können zwar ergänzend wirken, aber können das Problem allein nicht lösen.“ Problematisch werde es, wenn eine effektive Therapie bei Kindern zu spät begonnen werde. (home)