Stetten Franz Kuen ist ein Mann der Tat. Deshalb hat Stettens Zweiter Bürgermeister nicht lange gefackelt, als sich Bewohner des Mühlbachweges über die Autofahrer beschwert haben, die zu schnell in die Straße einfahren. Er hat an ihrem südlichen Ende kurzerhand ein Tempo-30-Schild angebracht, das die Autofahrer künftig ausbremsen soll.
Von dieser unbürokratischen Hilfe weit weniger angetan als die betroffenen Anwohner war in der jüngsten Gemeinderatssitzung doch Kuens Ratskollege Peter Holdenrieder. „Wir können doch nicht wahllos Schilder aufstellen“, monierte er. Tatsächlich darf die Gemeinde als örtliche Verkehrsbehörde zwar Verkehrsschilder anbringen. Vorab muss sie sich aber mit der Polizei als Fachbehörde absprechen.
Kuen verteidigte sein Vorgehen damit, dass das Schild schließlich nichts gekostet habe. „Das lag im Bauhof rum, sonst hätte ich das ja nicht gemacht.“ Ob das Schild den nötigen polizeilichen Segen bekommt, wird sich bei der nächsten Begehung mit Hauptkommissar Josef Eberhard von der Polizeiinspektion Mindelheim zeigen. Bis dahin soll es hängen bleiben. „Es kann ja nichts passieren. Es ist ja nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer ganz untergeordneten Straße, wo nur Einheimische fahren“, sagte Bürgermeister Schropp. (baus)