Stetten Große Projekte wurden in Stetten im vergangenen Jahr verwirklicht (wir berichteten). So kann sich die Gemeinde über einen neuen Hochwasserdamm, einen Radweg nach Oberauerbach, ein neues Feuerwehrfahrzeug, die Erneuerung der Ortseinfahrt Nord, neue Löschwasserbehälter in Erisried sowie den Umzug einer großen Verpackungsfirma nach Stetten freuen, um nur einige der Themen auf der Bürgerversammlung zu nennen.
Die Bürger aus Stetten und Erisried mit den einzelnen Weilern scheinen rundum zufrieden zu sein. Neben kleinen Wortmeldungen stellte die Raserei durch die einzelnen Nebenstraßen der Gemeinde den Hauptdiskussionspunkt dar. So bemängelte eine Bürgerin, dass es zu viele Raser an der Bach- und Bergstraße gäbe. „Meistens sind es Anwohner, oft auch Mütter mit ihren Kindern“, erzählte die Stettenerin. „Ich wünsche mir dort eine 30er-Zone“, war der Appell an die Gemeinde.
Der Zweite Bürgermeister hat einfach ein Schild aufgestellt
Zweiter Bürgermeister Franz Kuen, der die Diskussion leitete, verstand die Problematik. Vor einigen Wochen hatte er selbst ein Tempo-30-Schild an der Mühlbachstraße aufgestellt, um die Raser ein wenig einzubremsen. Auf der Bürgerversammlung wurde dies als durchaus positiv bewertet: „Es hat schon was gebracht“, lobte ein ansässiger Bürger Kuens Eigenmächtigkeit. Das Problem sei erkannt und der Appell ging an alle Bürger, aufmerksam und langsam zu fahren.
Erster Bürgermeister Peter Schropp präsentierte die Gemeinde in Zahlen. So sei die Einwohnerzahl weiterhin relativ stabil. Im vergangenen Jahr habe es 16 Geburten, eine Eheschließung und sechs Todesfälle gegeben.
Vor allem die Bereitstellung von Bauplätzen liegt dem Rathauschef am Herzen: „Die Gemeinde muss immer baureifes Land haben, damit die Infrastruktur, wie der Erhalt von Schulen, Banken, Lebensmittelgeschäften und Kindergärten, gesichert ist“, meinte der Bürgermeister.
Die hohe Pro-Kopf-Verschuldung mit 1131,20 Euro bei 1369 Einwohnern sei auf das Großprojekt Hochwasserdamm zurückzuführen. „Sobald die einzelnen Zuschüsse eingetroffen sind, ist die Verschuldung auf etwa 782 Euro zu minimieren“, zeigte sich Schropp zuversichtlich.
Für den Hochwasserschutz nimmt man die Schulden gern in Kauf
Da die Gemeinde früher öfter vom Hochwasser heimgesucht wurde und massive Schäden zu verzeichnen waren, nehmen die Bürger den momentan etwas höheren Schuldenstand gerne in Kauf. „Das Hochwasserrückhaltebecken am Bäumelbach war einfach bitter notwendig“, sagte Schropp. Mit einem Trockenbecken ohne Dauerstau sei das Problem nun behoben und das gefürchtete Hochwasserproblem sollte der Vergangenheit angehören.
Auch die Wasserversorgung der Gemeinde sei nun bestens geregelt, wofür Bürgermeister Schropp seinem Amtskollegen Franz Kuen seinen Dank aussprach. Neben der Funktion als Zweiter Bürgermeister ist Kuen nämlich auch als Wasserwart tätig.
Das Pumpwerk wurde erneuert und der Hochbehälter saniert, das Problem von Wasserrohrbrüchen sei somit praktisch behoben.