Pfaffenhausen Der Liedermacher, Poet und Maler Werner Specht aus Lindenberg ist in Pfaffenhausen längst kein Unbekannter mehr. Hier trat er seit 2003 schon viermal als Solist, im Trio oder auch zusätzlich noch als Maler in seiner unverwechselbaren Art auf. Martin Schröder, Vorstandsmitglied der Freunde Pfaffenhausens, begrüßte den bekannten und viel gefragten Künstler in der Schranne. Er freute sich, dass etliche Zuhörer seinetwegen extra von recht weit hergekommen waren, um Werner Specht zu erleben. Mit fantasievollen Melodien, mit Liedern zum Lachen oder Sinnieren und mit hintersinnigen Texten zog Specht das begeisterte Publikum zwei Stunden lang in seinen Bann.
Werner Specht ist ein Künstler–Original mit Tiefgang. Er redet und singt frei weg in seinem westallgäuer Dialekt, er braucht keine Noten und greift nach verschiedenen Instrumenten von der Akkordzitter bis zur Gitarre je nach Stimmung und Bedarf. Seine Botschaften sitzen. Er spielt auch mit dem Publikum und zieht es mit Humor und Esprit auf seine Seite. So macht er seine witzigen, hintersinnigen, lustigen oder auch sozialkritischen Lieder und Texte zum Dialog. Bei seinem Spagat zwischen tiefer Heimatliebe und offener Verachtung für alles Unechte und Aufgeblasene nimmt er kein Blatt vor seinen schnauzbärtigen Mund. Heimat, Allgäu, Bodenständiges, Natur, das Blühen und Welken, die Zeit, das Vergehen und vor allem die ursprünglichen Menschen seiner Heimat sind die Quellen, aus denen er schöpft. Er stellt sich aber auch vor sie.
Specht macht aus seinen Beobachtungen und aus seiner Abneigung gegenüber allem Überheblichen oder Protzigen kein Hehl. Geistreich wandelt er diese zu Musik, zu Geschichten und zu manchem Gesang voller Ironie und Spott. Seine unnachahmliche Persiflage auf die Fernseh-Volkstümelei gibt diesen Blick genauso frei wie der Liedtext: „i mecht jeden Dag so leaba, wia wenn’s die letzscht Stond wär....“ Die Zuhörer dankten Specht mit großem Beifall für zwei Stunden zum Lachen, zum Schwärmen, zum Nachdenken und zum Augenreiben.
Den Gästen in der nicht ganz ausverkauften Schranne machte der Künstler noch eine Freude, als er sein neues Buch „Das Dorf am Ende der Zeit“ vorstellte. Specht ließ damit auch etwas zum amüsierten Lesen und zum Betrachten zahlreicher Bilder und Zeichnungen zurück.