Oberrieden Wenn die Gründungsväter den Worten des stellvertretenden Bezirksdirigenten des Bezirks 10 im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) Martin Jall hätten lauschen können, wären sie wohl stolz gewesen auf das, was aus der Musikkapelle Oberrieden geworden ist. In einer Fotopräsentation blickten die Festgäste auf vergangene Ereignisse zurück. Vorsitzender Horst Waigel und die Musiker unter Leitung von Martin Geiger konnten stolz auf das Erreichte zurückblicken.
Martin Jall, der die Anerkennung des ASM überbrachte, ging eindrucksvoll auf die Anknüpfungspunkte zwischen der Musikkapelle Oberrieden und dem Musikbund ein. „1962 beteiligten sich Oberriedener Musiker erstmals bei einem Wertungsspiel in Wiedergeltingen“, sagte er. „Anscheinend ist dabei der Funke des Wettstreits nach Noten auf die Musiker übergesprungen, denn die Oberriedener zählen bis heute zu den treuesten Teilnehmern an Wertungsspielen, sie sind die Kapelle in unserem Bezirk, die bisher am häufigsten an Wertungsspielen teilgenommen hat.“
Im Jahr 2000 trat die Musikkapelle unter der Leitung von Leo Fischer bei den Wertungsspielen in Türkheim erstmals in der Oberstufe an. Es war der Beginn der bis dahin erfolgreichsten Ära in der nun 75-jährigen Geschichte. Bei den Wertungsspielen 2008 in Kirchdorf, unter Dirigent Leo Fischer, wurde Oberrieden Bezirkssieger in der Oberstufe mit ausgezeichnetem Erfolg (91,6 Punkte), die bis dahin höchste Auszeichnung. Das war vor gerade einmal drei Jahren“, so Jall.
Er würdigte auch den kürzlich gestorbenen Leo Fischer. „Der Bezirk verliert mit ihm einen exzellenten Berater für Blasmusikliteratur.“ Er habe die musikalischen Stärken und Schwächen der Bezirkskapellen gekannt und sei gern mit Ratschlägen zur Stelle gewesen. Viele junge Menschen weit über Oberrieden hinaus hätten bei ihm das Spielen eines Instruments erlernt.
Chronist Martin Geiger ließ noch einmal die Geschehnisse Revue passieren. Angefangen vom Versuch einer Kapellengründung um die Jahrhundertwende, also lang vor der Gründung 1936, berichtete er über die Aktivitäten der Vor- und Nachkriegsjahre, bis zu den gut besuchten Jahreskonzerten der Jetztzeit.
Humorvoll erzählte er einige lustige Anekdoten aus den Anfangszeiten. Beim ersten Auftritt der wieder gegründeten Kapelle am 1. Mai 1946 hatten die Musiker drei Stücke im Repertoire, die dann immer wieder in Folge gespielt wurden. Den Zuhörern war’s egal. Bei einer Hochzeit in Unterkammlach reichten die Einahmen für den musikalischen Auftritt nicht mal für das Bier der Musiker. Damals hätte wohl niemand gedacht, dass die Musikkapelle einmal Bezirkssieger in der Oberstufe werden würde. (amr)