Der Markteintritt des skandinavischen Molkereiriesen Arla Foods in Süddeutschland steht nun offenbar unmittelbar bevor. Nach intensiven Verhandlungen hat Arla der finanziell angeschlagenen Allgäuland-Käsereien GmbH ein schriftliches Übernahmeangebot unterbreitet. Das teilte Allgäuland am Freiag um 15 Uhr mit.
Das Angebot des weltweit siebtgrößten Milchverarbeiters umfasst demnach auch die Übernahme der Allgäuland-Beteiligungsgesellschaften. „Wir freuen uns sehr über das Angebot von Arla, da die geplante Übernahme einen wichtigen und notwendigen Schritt zur Sicherung unseres Unternehmens darstellt“, sagt Kuno Rumpel, Aufsichtsratsvorsitzender der Allgäuland-Käsereien. Vorverträge wurden allerdings bislang nicht unterzeichnet.
Die nächsten Schritte beinhalten laut Allgäuland die detaillierte Ausarbeitung sowie die juristische Prüfung der für den Zusammenschluss notwendigen Vertragsunterlagen. "Dazu gehört auch die Konkretisierung des Milchlieferungsvertrags", heißt es in einer Unternehmensmitteilung.
Sind die Verträge ausgearbeitet, müssen die Allgäuland-Eigner, Bauern also, über die Übernahme abstimmen. Vorher will die Allgäuland-Spitze die Genossenschaftsmitglieder auf Sprengelversammlungen über die Details der Übernahme informieren. Am Ende muss noch die EU-Kartellbehörde zustimmen.
Allgäuland ist mit etwa 70 Millionen Euro verschuldet. Das Unternehmen mit Sitz in Wangen unterhält Produktionsstandorte in Bad Wörishofen, Riedlingen, Kisslegg und Sonthofen. Der Jahresumsatz 2010 lag bei 253 Millionen Euro.
Mehr über die Hintergründe des Übernahmeangebots lesen Sie in der Samstagsausgabe der Mindelheimer Zeitung.