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Bündnis „Neue Turnhalle“: Vereine bringen eigenes Bürgerbegehren auf den Weg

Bündnis „Neue Turnhalle“

Vereine bringen eigenes Bürgerbegehren auf den Weg

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    Viele waren der Einladung des Bündnisses „Neue Turnhalle“ gefolgt. Fast alle trugen sich in die ausgelegten Unterstützerlisten für ein eigenes Bürgerbegehren der Befürworter der Dreifachturnhalle an der Schule ein.
    Viele waren der Einladung des Bündnisses „Neue Turnhalle“ gefolgt. Fast alle trugen sich in die ausgelegten Unterstützerlisten für ein eigenes Bürgerbegehren der Befürworter der Dreifachturnhalle an der Schule ein. Foto: Helmut Bader

    Der Streit um die Dreifachturnhalle geht in eine weitere Runde. Beim Treffen des Bündnisses „Neue Turnhalle“, das von Sportvereinen der Kneippstadt und von Ortsteilvereinen getragen wird, wurde beschlossen, ein eigenes Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Man sehe nur diesen Weg, um dem Vorhaben des Bürgerforums, die Turnhalle zu verhindern, entgegenzutreten. Schnellstens müsse intensive Aufklärungsarbeit betrieben werden, um der Bevölkerung bewusst zu machen, welche Folgen ein Erfolg des laufenden Begehrens haben würde.

    „Allein die Formulierung des laufenden Bürgerbegehrens erfüllt für mich den Tatbestand der arglistigen Täuschung“. Diese etwas drastisch ausgedrückte Meinung von Herbert Dempfle zog sich durch die gesamte Veranstaltung im fast gefüllten Saal des Pfarrzentrums von St. Ulrich, zu der das „Bündnis Neue Turnhalle“ eingeladen hatte. Ihm gehören der TSV Bad Wörishofen, der FC Bad Wörishofen, der Tennis- und der Tischtennisverein, der Skiclub, der Tanzsportverein, aber auch der SV Schlingen und der FSV Kirchdorf an.

    Auf Wunsch von Versammlungsleiter Hans Kolar, dem Vorsitzenden des TSV, erläuterte Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel noch einmal den Ablauf und das Ergebnis der Stadtratssitzung vom Tag zuvor. Er stellte fest, dass eine Sanierung der alten Halle kostentechnisch laut Gutachten keinen Sinn mache, dass der vorgegebene Standort wegen der Nähe zur Schule und der Fördermittel nicht diskutabel sei und dass ein Ersatz für die Wassertretstelle auf dem Schulgelände bereits in der Planung vorhanden sei.

    Kolar und Jürgen Thiemann gingen dann auf das Bürgerbegehren des Bürgerforums ein. Die Initiatoren seien Michael Moser, Heinrich Dietz und Markus Hofmann. „Wir wollen mit einigen Mythen und Legenden, die das Begehren in den Raum stellt aufräumen“, so Kolar. So werde darin zwar der bisherige Standort angegriffen, doch werde kein praktikabler Standort angeboten. Außerdem komme dort nicht zum Ausdruck, dass bei einer angebotenen Sanierung der bisherigen Halle mit Kosten von rund zwei Millionen Euro eine Dreifachturnhalle wohl endgültig für Bad Wörishofen gestorben sei. Somit entspreche die Formulierung im Bürgerbegehren „Sind Sie dafür, dass die geplante Halle an einem anderen Standort verwirklicht wird“ einfach nicht der vollständigen Wahrheit. Ebenso werde die Parksituation nicht ehrlich dargestellt, würden doch ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt.

    In der Diskussion mahnte CSU-Stadträtin Christiane-Maria Rapp an, die Sachlichkeit zu wahren. Sie mache sich bereits jetzt Sorgen um das Klima in der Stadt, das derzeit herrsche. In vielen weiteren Wortmeldungen wurde darauf hingewiesen, dass jetzt die Vereine und damit ein großer Teil der Bevölkerung am Zug seien, auf ihre Interessen aufmerksam zu machen. Günther Jähn vom SV Schlingen machte klar: „Wenn die Halle jetzt verhindert wird, dann kommt sie nie mehr!“ Hotelier Hans-Peter Schegerer und CSU-Stadtrat Jens Hemberger hielten den Text des Begehrens für irreführend. Andere Vereinsvertreter hoben die Notwendigkeit einer Dreifachturnhalle, die kostenmäßig kaum mehr als die Sanierung ausmache, für unbedingt nötig, weil Sportler bereits jetzt im Rathaus, in der Feuerwehrhalle oder im Pfarrzentrum von St. Ulrich ihre Stunden abhalten müssten, von größeren Veranstaltungen ganz zu schweigen.

    Heftig kritisiert wurde das Vorgehen des Bürgerforums beim Stimmensammeln. In Geschäften, an der Wassertretstelle und selbst am Friedhof seien Leute mit irreführenden Informationen animiert worden, für das Begehren zu stimmen. Diesen solle nun auch die Möglichkeit gegeben werden, ihre Unterschrift eventuell zurückzuziehen, wenn sie wüssten, wofür sie gestimmt haben. Peter Mayer fragte gar, ob es nicht nur persönliche Interessen oder gekränkte Eitelkeit sei, die in Wirklichkeit hinter dem Begehren stünden. Für Stefan Ibel ist die geplante Halle „eine Halle der Jugend, für die Bürger von Bad Wörishofen und dafür müssen wir jetzt eben etwas tun.“ Zu Wort meldete sich auch Martin Kistler. Er betonte, dass dem Neubau viele Beratungen und Abwägungen vorausgegangen seien. „Jetzt ist es an der Zeit, dass etwas für die Jugend getan wird. Klärt auf, um das Bürgerbegehren zu kippen und bringt ein eigenes auf den Weg“, so sein Appell.

    Dies wurde dann auch beschlossen. Mit etwa 3000 Bürgern, die in den Wörishofer Vereinen engagiert sind, sehe man laut Kolar und Thiemann gute Chancen, einen entsprechenden Gegenentwurf anbieten zu können. Der vorläufige Text „Sind Sie dafür, dass die Dreifachturnhalle, wie vom Stadtrat nach reiflicher Überlegung 2012 einstimmig beschlossen wurde, ohne weitere Verzögerung gebaut wird“ sei eindeutig und verständlich. Damit werde man nun an die Öffentlichkeit gehen und Aufklärungsarbeit betreiben. Auf ein Ratsbegehren solle man keine große Hoffnung setzen, so Hemberger und Ibel unisono, da dies eine Kompromissbereitschaft seitens des Bürgerforums voraussetzen würde.

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