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Dreifachturnhalle: Vereine wollen sich wehren

Dreifachturnhalle

Vereine wollen sich wehren

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    Der Bau der Dreifachturnhalle auf dem Gelände der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen sollte eigentlich im Oktober beginnen. Allerdings mehrt sich derzeit die Kritik an dem Projekt, es stehen gleich zwei mögliche Bürgerbegehren im Raum.
    Der Bau der Dreifachturnhalle auf dem Gelände der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen sollte eigentlich im Oktober beginnen. Allerdings mehrt sich derzeit die Kritik an dem Projekt, es stehen gleich zwei mögliche Bürgerbegehren im Raum. Foto: Stadt

    In Sachen Dreifachturnhalle stehen die Zeichen auf Konfrontation. Gegen das angestrebte Bürgerbegehren des Vereins Bürgerforum Bad Wörishofen könnte sich ein Bürgerbegehren der Bad Wörishofer Vereine stellen. „Ich könnte mir das vorstellen“, sagte gestern der Präsident des FC Bad Wörishofen, Jürgen Thiemann. Er könne sich nicht erklären, was das Bürgerforum um den Vorsitzenden Michael Moser mit einem Bürgerbegehren bezwecken will. Er werde es aber keinesfalls zulassen, dass der Bau der Turnhalle möglicherweise verhindert wird.

    Scharfe Kritik kommt auch von SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel. Die Stadt habe bereits rund 500000 Euro an Planungskosten in das Projekt gesteckt, der Bau sei ausgeschrieben. „Wenn da jetzt ein Bürgerbegehren kommt, wird es ein Begehren der Vereine geben“, glaubt auch Ibel. „Die sind fest entschlossen.“ Wie der TSV Bad Wörishofen darüber denkt, konnte nicht geklärt werden. Präsident Hans Kolar war nicht erreichbar.

    Ob es auch ein Ratsbegehren geben könnte, sei derzeit offen, sagte Stefan Ibel. Keinesfalls dürfe man es aber „Moser und Co. überlassen, was hier geschieht.“

    Auch für die Positionen des Freie-Wähler-Fraktionschefs Wolfgang Hützler und jene der Grünen bringt Ibel wenig Verständnis auf. „Ich weiß nicht, was Herrn Hützler reitet“, sagt Ibel. Hützler rechnet damit, dass die Halle wesentlich teurer werden könnte, als geplant. Die Kostenschätzung liegt bei 5,13 Millionen Euro, 3,08 Millionen davon müsste die Stadt selbst bezahlen. Bei einer Überschreitung von 20 Prozent sei man aber schnell bei 6,3 bis 6,5 Millionen Euro Gesamtbaukosten, hatte Hützler gesagt und dabei auf den angespannten Haushalt und den Schuldenstand Bad Wörishofens verwiesen. „Dabei hatte Oy-Mittelberg unter dem Bürgermeister Hützler eine Pro-Kopf-Verschuldung von fast 2000 Euro“, sagt Ibel, also etwa doppelt so viel wie Bad Wörishofen.

    Über Folgekosten und Ganztagsklassen

    Die Grünen haben beantragt, die Dreifachturnhalle nochmals im Stadtrat in allen Details zu beleuchten und dabei auch die Frage nach den Folgekosten zu beantworten. „Das ist alles Unfug“, findet Ibel. Damit solle lediglich der Baubeginn verhindert werden. „Warum, das würde ich gerne wissen“, so Ibel. Die Folgekosten für die neue Halle würden sicher nicht über den Kosten für die alten Hallen liegen, sagt Ibel. Diese seien Energieschleudern, die neue Halle werde wesentlich sparsamer sein.

    Zudem würden sich durch die zusätzlichen Räume die Betreuungsmöglichkeiten für die Ganztagsklassen der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule erheblich verbessern, findet er.

    Halle soll ab Oktober gebaut werden

    Die Halle soll ab Oktober auf dem Schulgelände gebaut werden. Eine der beiden alten Hallen darf stehenbleiben. Dafür fällt der Verkehrsübungsplatz weg und der Pausenhof für die Grundschüler wird erheblich kleiner. Die Kneippanlage und zahlreiche Bäume am Schulgelände kommen weg. Die Kneippanlage soll an anderer Stelle neu entstehen, sagt Ibel.

    Das Bürgerforum will mit dem Bürgerbegehren „Standort und die Auswirkungen der Dreifachturnhalle noch einmal genauer unter die Lupe nehmen“. Ob es das Begehren geben wird, sollen bald die Mitglieder entscheiden. Dass der Standort für die Halle „genau der richtige“ sei, ist für Jürgen Thiemann unstrittig. „Die Halle muss bei der Grundschule stehen“, sagt der FCW-Präsident, der selbst für die SPD im Stadtrat sitzt. Aus seiner Arbeit als Lehrer in Augsburg wisse er sehr genau wie unpraktisch es ist, wenn die Kinder zum Sport laufen oder gefahren werden müssen.

    Die aktuelle Debatte nennt Thiemann „eine völlig überflüssige Diskussion“ und spricht von „Panikmache“. Einige hätten angesicht der Verteuerungen beim Kindergarten Gartenstadt Angst vor höheren Kosten. Aber dieses Problem wolle man ja gerade mit der Art der Ausschreibung verhindern.

    Dass die Freien Wähler im Ernstfall erneut mit einer Niederlage im Stadtrat rechnen müssten, lässt Stefan Ibel durchblicken. „Die Mehrheit der Stadträte wird sich nicht gegen ihren eigenen Beschluss stellen“, ist sich Ibel sicher. „Auch die Freien Wähler würden da nicht geschlossen zustimmen.“ Jürgen Thiemann erinnert daran, dass Alwin Götzfried und Thomas Vögele für die Halle waren.

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