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Wallfahrt: Vergangenheit mit Auf und Ab

Wallfahrt

Vergangenheit mit Auf und Ab

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    Der Markt Tussenhausen zählt zu den wenigen Muttergottes-Wallfahrtsorten der Region: Kürzlich kamen dort die Mitglieder des Krieger- und Soldatenvereins zusammen.
    Der Markt Tussenhausen zählt zu den wenigen Muttergottes-Wallfahrtsorten der Region: Kürzlich kamen dort die Mitglieder des Krieger- und Soldatenvereins zusammen. Foto: stn

    Tussenhausen Die Marktgemeinde Tussenhausen zählt zu wenigen Muttergottes-Wallfahrtsorten der Region. Bereits zum 44. Mal war sie Ziel der Soldaten- und Männerwallfahrt. Kurz nach 9 Uhr marschierten die Teilnehmer zusammen mit den örtlichen Vereinen zur Kapelle der „Schmerzhaften Muttergottes“, wo eine Festmesse unter freiem Himmel stattfand, dessen „Schleusen“ an diesem Tag dicht hielten.

    Es blies lediglich ein frischer Wind, als Pfarrer Michael Kreuzer die wechselvolle Chronik des Krieger- und Soldatenvereins Tussenhausen in seiner Predigt ansprach. Noch unter dem Eindruck der teils traumatischen Erlebnisse im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 sei der Verein von Heimkehrern gegründet worden. Auf der Votivtafel im Innern der Kapelle brachten sie ihren Dank an die Muttergottes für die Gnade zum Ausdruck, die Heimat wiedersehen zu dürfen. Die Pflege der selbst in Todesangst bewährten Kameradschaft sei ein weiteres Motiv des Vereins jenseits aller Nostalgie gewesen. Als bemerkenswert hob Kreuzer dann seine Selbstauflösung 1943 unter dem Druck der nationalsozialistischen Gleichschaltung hervor. Sogar die Fahne hätte nach Berlin abgegeben werden müssen.

    Die Wiedergründung 1953 sei schließlich aus der tiefen Sehnsucht nach Frieden erfolgt. Angesichts seiner anhaltenden Gefährdung und der zahllosen kriegerischen Konflikte auf der Welt, an deren Lösung auch deutsche Soldaten inzwischen beteiligt sind, sieht Vereinsvorsitzender Hubert Benz die wichtigste Aufgabe darin, mit Veranstaltungen wie dieser ein Zeichen für den Frieden zu setzen. (stn)

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