Kirchheim Nikolas und Daniel aus der achten Klasse der Mittelschule Kirchheim wissen es schon ganz genau: Sie wollen Zimmerer werden. Für viele Jugendliche ist es jedoch noch nicht so klar, welchen Beruf sie nach dem Schulabschluss ergreifen möchten. So wurde die Turnhalle zu einer Informationsbörse der besonderen Art umgestaltet. Mehr als siebzehn Betriebe, die Agentur für Arbeit und die Berufsfachschule Krumbach kamen auf Einladung von Schulleiter Anton Sonntag und des Vorsitzenden des Förderkreises, Dr. Peter Westermaier.
Die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen ließen sich an diesem Berufsinformationsabend umfangreich beraten. Viele Firmen stellten sich mit eigenen Powerpoint-Präsentationen vor. Darüber hinaus brachte die Agentur für Arbeit einige Stellenanzeigen der verschiedensten Berufszweige mit. Gesucht wurden unter anderem Werkzeugmechaniker, Metallbauer oder Maurer. Auch boten Schornsteinfeger und die Berufsfachschule Krumbach für Kinderpflege, Sozialbetreuer und Hauswirtschafter verschiedene Ausbildungsplätze an.
Kirchheims Bürgermeister Hermann Lochbronner dankte vor allem den Firmen, die den Schülern einen kurzen Einblick ins Berufsleben gaben. Rektor Sonntag bedauerte, dass es manchen Schülern am nötigen Respekt fehlen würde, was für einen Ausbildungsbetrieb zum Problem werden könnte. Ziel müsse es immer sein, dass Schule, Betrieb und Eltern gemeinsam den jungen Menschen zu einer erfolgreichen Lehre verhelfen. Es habe wenig Sinn, nach drei bis vier Wochen alles hinzuwerfen, sagte Sonntag.
Um das zu vermeiden, müsse den jungen Menschen ein „Rüstzeug“ mitgegeben werden, betonte Rudolf Pelikan, gewerblicher Ausbildungsleiter der Kirchheimer Metallwarenfabrik Wanzl. „Der Auszubildende muss der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig sein“, sagte er. Wichtig seien zudem Englischkenntnisse sowie Grundkenntnisse im Rechnen. Aus Sicht von Pelikan sollte der junge Mensch konfliktfähig, höflich, freundlich, tolerant und vor allem zuverlässig sein.
Jürgen Zips von der Firma Wolf Kunstverarbeitung (Kirchheim) konnte dem nur zustimmen. Vor dem Beginn einer Lehre sollten sich die Bewerber genau über ihren zukünftigen Beruf informieren. Ein gewisses Grundinteresse müsse da sein, sagte Zips. Ursula Hofgärtner von der Agentur für Arbeit versprach individuelle Beratung beim Start in die Berufswahl.
Einen Einblick in die Praxis gab Dominik Bucher, der nach einem Jahr Ausbildung von seinen Erfahrungen in den verschiedenen Abteilungen bei der Firma Grob berichtete. Es sei auf jeden Fall besser, den Schulabschluss mit einem „Quali“ zu machen und mit einer Note von 2,3 abzuschließen, sagte der Auszubildende.