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Kneipp: Wasser, marsch!

Kneipp

Wasser, marsch!

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    Neues Kneippbecken im Norden von Mindelheim am Sebastianspark. Die ersten Kneipp-Tester sind (von rechts): Edeltraud Neubauer, Bürgermeister Dr. Stephan Winter, MdB Stefan Stracke, Josef Fischer (Vizebürgermeister Bad Wörishofen) und Helga Rauch (Vorzimmer Bad Wörishofen).
    Neues Kneippbecken im Norden von Mindelheim am Sebastianspark. Die ersten Kneipp-Tester sind (von rechts): Edeltraud Neubauer, Bürgermeister Dr. Stephan Winter, MdB Stefan Stracke, Josef Fischer (Vizebürgermeister Bad Wörishofen) und Helga Rauch (Vorzimmer Bad Wörishofen).

    Mindelheim Am Schuhwerk sind die wahren Profis sofort auszumachen. Bad Wörishofens zweiter Bürgermeister Josef Fischer ist so ein Experte schon qua Amtes. Fischer vertritt den Kneipp-Kurort schlechthin, und er tut das praktischerweise gleich in Kneipp-Sandalen. Es galt schließlich eine neue Kneippanlage im Norden der Kreisstadt im Neubaugebiet Sebastianspark einzuweihen. Und das geschieht nach kirchlicher Segnung und Gruß- und Dankesworten üblicherweise mit einem Testrundgang der Polit-Prominenz im eiskalten Wasser. Gut, wer da in Sandalen angereist ist.

    Die Kreisstadt besitzt nun die dritte Kneippanlage mit Tretbecken und Armbad – und es dürfte die schönste ihrer Art sein. 23 Minuten hat es gedauert, bis die Becken an diesem Freitagnachmittag gefüllt waren. Damit war der Zeitrahmen für die Grußworte vorgegeben. Der Leiter des Mindelheimer Wasserwerks, Joachim Theys, hatte am Hahn gedreht.

    Damit ist ein lange gehegter Wunsch vieler Mindelheimer in Erfüllung gegangen, wie Bürgermeister Stephan Winter bei der Eröffnung betonte. Einzelne hatten schon vor Jahren per Unterschriftensammlung auf das Thema aufmerksam gemacht.

    Bei der Stadt rannten sie damit offene Türen ein. Dennoch war das Projekt nur möglich, weil zwei Firmen die Anlage finanziert haben: die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim und die Grob-Werke in Mindelheim. Vorstandsvorsitzender Thomas Munding und Mindelheims Direktorin Iris Rienks waren persönlich bei dem Festakt anwesend. Wie viel die beiden Unternehmen den Mindelheimern geschenkt haben, blieb freilich streng gehütetes Geheimnis.

    Dritter Gönner im Bunde war die Nachbarstadt Bad Wörishofen. Von ihr stammt das Hinweisschild, das jeder beachten sollte, damit die Wirkung der Wasserbäder auch richtig zur Geltung kommt. Bürgermeister Winter sagte, der Zeitpunkt der Einweihung hätte nicht besser sein können. Pfarrer Kneipp hatte erst dieser Tage Geburtstag. Und dann laufen derzeit auch noch die Unterallgäuer Gesundheitswochen. Die segensreiche Wirkung von Wasser unterstrich die Landesvorsitzende des Kneipp-Bundes, Ingeborg Pongratz, die aus Landshut angereist war.

    Mehr als 20 000 Mitglieder in 131 Vereinen wüssten von der anregenden und vorbeugenden Wirkung von Wasserbädern. Die Vorsitzende des Mindelheimer Kneipp-Vereins, Edeltraud Neubauer, erhielt in Anerkennung ihrer jahrelangen Verdienste das Verbandsabzeichen in Gold überreicht.

    Die Anlage hat Architekt Toni Immler geplant. Verwendet wurden wasserundurchlässiger Beton und Edelstahl. Vorteil dieser Lösung: Im Winter muss die Anlage nicht gegen Frost geschützt werden. Der Park sei für die gesamte Familie ausgelegt. Zum bestehenden Basketballplatz vorwiegend für die Jugendlichen kommt im Laufe des Jahres noch ein Spielplatz für kleinere Kinder. Die Kneippanlage soll möglichst alle Altersgruppen anziehen. Nach der kirchlichen Segnung durch Pfarrer Erik Hermanns und Kaplan Guido Beck zeigte Kneipp-Kursleiterin Christa Volkmann, was beim Kneippen zu beachten ist. Vereinfacht gesagt: Wer eine Aufmunterung braucht, wählt das Armbad, wer Ruhe vor dem Schlafengehen sucht, das Tretbecken. Dass sie den Kneipp-Gedanken schon gut verinnerlicht haben, zeigten neben Winter auch Fischer und der Bundestagsabgeordnete Stefan Stracke. Eine kleine Abordnung der Mindelheimer Feuerwehr bewirtete die rund 70 Gäste am Ende des Festaktes.

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