Ein Student aus Mindelheim hat am Montagabend bei Günther Jauch 64 000 Euro gewonnen. Der 25-jährige Alexander Stegmüller hatte sich erfolgreich für die RTL-Quizshow „Wer wird Millionär“ beworben und war ganz knapp an der 125 000-Euro-Frage gescheitert.
Alexander Stegmüller studiert im zehnten Semester Latein und Geschichte auf Lehramt in Konstanz. Jetzt will er ein Spanisch-Studium draufsatteln. „Bildung schadet nie“, sagte er gut gelaunt einen Tag nach seinem großen Fernsehauftritt vor Millionen von Zusehern am Telefon.
Die Sendung selbst war bereits vor Wochen aufgezeichnet worden. Am Montag saß Alexander Stegmüller selbst vor der Mattscheibe – als größter Kritiker seiner selbst. „Ich habe mir gedacht, das wird bestimmt ein superpeinlicher Auftritt“. Tatsächlich aber hat er es dann doch nicht gar so furchtbar erlebt.
Günther Jauch fragte nach dem Cheframmler
Da war zum Beispiel die Geschichte mit der Hasenzucht, die „ganz witzig“ rüberkam. Alexander lebte vor seinem Studium ein Jahr auf einem brasilianischen Bauernhof, auf dem Alkoholkranke und Drogensüchtige therapiert werden. Der frühere Mindelheimer Stadtpfarrer Wolfgang Schneck hatte ihn auf die Idee gebracht. Stegmüller war viele Jahre lang Ministrant und springt auch heute noch gelegentlich in Mindelheim ein.
Günther Jauch hatte ihn gefragt, ob er der Cheframmler gewesen sei. Antwort Stegmüller: Chef ja, Rammler nein. In der Sendung allerdings hörte es sich dank geschickter Schnitttechnik nach einem ja an – das durfte der Zuschauer für beides werten.
Gescheitert an der Frage nach Kalmus
Gescheitert war Alexander an der Frage nach Kalmus. Dabei war er so nah dran gewesen. Dass dieses Wort irgendwas mit Seeufer zu tun haben musste, „habe ich gewusst“. Aber er hatte Angst vor der eigenen Courage. Wäre die Antwort falsch gewesen, wäre er mit 500 Euro nach Hause gegangen. „Diese Fallhöhe wollte ich dann doch vermeiden“.
Alexander Stegmüller hatte sogar noch den Telefonjoker gezogen. Seinen ehemaligen Latein-Dozenten an der Uni hatte er sich ausgesucht, der inzwischen Professor in Salzburg ist. Dieser wusste mit dem Wort Kalmus allerdings nichts anzufangen, obwohl es sehr lateinisch klingt. Was Schilfrohr auf Lateinisch heiße, fragte Alexander noch, ließ sich aber von der Antwort Kalamus verwirren.
„Zuerst habe ich mich sehr geärgert. Das ging mir noch länger nach“, erzählt Stegmüller von seiner Enttäuschung über die falsche Antwort. Inzwischen aber sieht er seinen Auftritt bei Günther Jauch nur noch positiv. Immerhin konnte er seine Heimatstadt Mindelheim da gut vertreten. Und ein bisschen Geld für einen armen Studenten gab es obendrein. (jsto)