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23. Mai 2008 18:35 Uhr

Wie gefährlich ist Richtfunk?

Viele Kammlacher wünschen sich schon lange eine schnelle DSL-Verbindung für das Internet, wie es in vergleichbar großen Gemeinden bereits häufig der Fall ist. Da aber die Telekom den Ort bisher nicht mit einem Glasfaserkabelanschluss versorgen konnte oder wollte, bot die Firma Allgäu-DSL der Gemeinde eine kostengünstige Alternative via Richtfunk an.

Als Gegner der Funktechnik organisierte das Ehepaar Brigitte und Raphael Schwab einen Informationsabend über die Risiken des Mobilfunks im Sportlerheim des TSV Kammlach, bei dem Jürgen Groschupp, Vorstand und Sprecher des "Mobilfunk Bürgerforum", einem interessierten Publikum die Problemfelder der Mobilfunktechnik aufzeigte.

Mit über 70.000 Handymasten in der Bundesrepublik bestehe derzeit bereits eine Überbelastung an Elektrosmog, weshalb jeder weitere Ausbau eine zusätzliche Belastung für die Gesundheit von Mensch, Tier, aber auch Pflanzenwelt darstelle. Der Referent verwies auf die Ergebnisse entsprechender Studien.

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Die Argumentation der Befürworter der Funktechnik, dass die entstehenden Strahlenwerte den gesetzlichen Höchstwert von 10 Millionen Mikrowatt pro Quadratmeter deutlich unterböten, setzte Groschupp entgegen, dass dieser Grenzwert keinen Schutz darstelle und verwies darauf, dass andere europäische Länder wesentlich strengere Höchstwerte hätten (Schweiz 45.000, Stadt Salzburg nur 1000).

Versuche an Rattenhirnen zeigten ernsthafte Schädigungen bei einer Bestrahlung von 240.000 Mikrowatt, einem Wert, der in der Bundesrepublik zulässig sei. Das Bundesamt für Strahlenschutz (Bfs) lege die Höchstwerte anhand von Empfehlungen des Vereins ICNIRP fest, welcher seine Mitglieder selbst auswähle.

Diese stünden der Industrie sehr nahe, weshalb davon ausgegangen werden dürfe, dass finanzielle Interessen Vorrang hätten. Im Anschluss an den Vortrag entstand unter den rund 80 Teilnehmern eine zum Teil emotionale Diskussion über den Sinn einer Funk-DSL-Anlage.

Anwesende Vertreter der Firma Allgäu-DSL verwiesen auf die geringe Strahlung der Richtfunktechnik, Gegner der Anlage würden gerne auf jede zusätzliche Strahlenbelastung verzichten.

Bürgermeister Josef Steidele versuchte die Anwesenden dahingehend beruhigen, dass er bereits Aussicht auf einen Glasfaserkabelanschluss habe, was eine Richtfunkanlage erübrigen würde.

Auf Nachfrage der Mindelheimer Zeitung ließ Steidele durchblicken, dass er davon ausgehe, dass die Telekom noch ein entsprechendes Angebot vorlegen werde.

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