In Salgen zeigen internationale Größen im Berittenen Bogenschießen ihr Können



Salgen Es wiehert von allen Seiten, so als würden sich die zahlreichen Pferde gegenseitig etwas zurufen, Reiter aller Altersklassen sind unterwegs, teilweise in fantasievollen Kostümen oder auch in eleganter Dressurkleidung – keine Frage, das Pferdefestival in Salgen ist in vollem Gange.
Schon vormittags um zehn Uhr herrschte auf dem Gelände des Reit- und Vielseitigkeitszentrums in Salgen Hochbetrieb. Zahlreiche Wettkämpfe fanden bereits gleichzeitig auf den insgesamt acht Wettbewerbsplätzen statt, andere Reiter bereiteten sich auf ihren Einsatz vor oder schauten der „Konkurrenz“ über die Schulter.
Als Pippi Langstrumpf oder Elefant verkleidet
Schon die Kleinsten waren mit Eifer bei der Sache. Bejubelt vom eigenen Fanclub in Form der Familie zeigten sie stolz ihr Können, zum Beispiel beim Geschicklichkeits- und Springwettbewerb. Das Besondere dabei: Die Kinder nahmen mit ihren Ponys am Wettbewerb teil und waren selbst kostümiert. Egal ob Pippi Langstrumpf, Pirat oder sogar Elefant – die Teilnehmer machten dem Motto alle Ehre und zeigten: „Die Kleinsten werden die Größten sein“.
Beim Wettbewerb „Gute Kinderstube an der Hand“ bewiesen sowohl die Pferde als auch die Reiter ihre Nervenstärke. Bei diesem Wettkampf galt es, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und das Pferd sicher durch den Parcours zu führen, auch wenn nebenan ein aufgespannter Schirm oder ein laut scheppernder Sack für Ablenkung sorgen.
Sehr elegant ging es beim Dressurfahrwettbewerb unter dem Motto „An die Leinen fertig los“ zu. Teilweise in historisch anmutenden Kostümen oder auch in Tracht absolvierten die zahlreichen Teilnehmer mit ihren Beifahrern die gestellte Dressuraufgabe.
Einen der Höhepunkte am zweiten Wettkampftag stellte das Berittene Bogenschießen dar. Beim Pferdefestival in Salgen fand ein Teil des „open Worldcups der Horsebackarchery World Association (Hawa)“ statt. Pettra Engeländer, die Hawa-Landesvertreterin für Deutschland, eröffnete den Wettbewerb und zeigte den interessierten Zuschauern als Erste ihr Können.
Begeisterte Zuschauer und eine Weltklasse-Reiterin
Mehr als nur ein Mal trafen alle ihre neun Pfeile die Zielscheibe. Die Zuschauer waren begeistert: „ich finde diese Kombination der Geschicklichkeit des Reiters und der Abstimmung zwischen Pferd und Reiter beeindruckend“, sagte Zuschauer Rudolf Kästele, der den Wettbewerb interessiert verfolgte. Im Vergleich zum Hindernisparcours wirke diese Art von Wettkampf auch natürlicher für die Pferde, fügte er hinzu. Tatsächlich sahen die Bogenschützen in ihren Kaftanen, die ähnlich wie im Karate das Können eines Sportlers angeben, wie Eingeborene aus der Mongolei aus.
Der bordeauxrote Kaftan, wie ihn der norwegische Teilnehmer Johnny Alme trägt, bedeutet beispielsweise, dass er bereits 90 Punkte gesammelt hat. „Ich mache diesen Sport schon seit sechs Jahren“, erzählt Alme, der Pettra Engeländer in einem Trainingscamp kennengelernt hat. In Norwegen betreibt er eine eigene Schule für das Berittene Bogenschießen, doch auch in seiner Heimat sei der Sport wenig bekannt, gibt er zu. „Viele probieren es einmal aus, aber denken nicht, dass dieser Sport auch harte Arbeit bedeutet“, so Alme.
Ihm gefällt vor allem die Harmonie, die in diesem Sport zwischen Reiter und Pferd herrscht. Diese Harmonie ist bei Pettra Engeländer deutlich zu sehen und zahlt sich offenbar aus. Schließlich kann sie als Trägerin des schwarzen Kaftans schon auf 120 erzielte Punkte zurückblicken und zählt damit zu den weltbesten Frauen in diesem Sport.
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