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Hasenwiese: An Aldi scheiden sich die Geister

Hasenwiese

An Aldi scheiden sich die Geister

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    Supermärkte bauen oder nicht: An der Hasenwiese in Weißenhorn (großes Bild) scheiden sich weiter die Geister. Dies wurde in einer Informationsveranstaltung der Initiatoren eines Bürgerbegehrens (links) nun deutlich.
    Supermärkte bauen oder nicht: An der Hasenwiese in Weißenhorn (großes Bild) scheiden sich weiter die Geister. Dies wurde in einer Informationsveranstaltung der Initiatoren eines Bürgerbegehrens (links) nun deutlich.

    Weißenhorn Sie sind nicht gegen einen Feneberg-Markt im westlichen Teil der Hasenwiese, wohl aber gegen ein ganzes Einkaufszentrum samt Aldi-Filiale: Die Initiatoren eines Bürgerbegehrens gegen den Bau von zwei Supermärkten auf dem Areal haben bei einer Informationsveranstaltung ihre Positionen bekräftigt: „Muss man das denn wirklich an dieser Stelle machen?“, fragte etwa Stadtratsmitglied Johannes Amann (WÜW) in die Runde aus circa 20 Bürgern. Er erhielt Beifall, aber auch Gegenwind – etwa von Bürgerin Ulla Widmann-Borst, die eine Versorgung der Anwohner im östlichen Stadtteil in Gefahr sah: „Wenn dort kein Vollversorger mehr ist, weil Feneberg schließt, bekommen wir ein großes Problem.“ Ihr Urteil: „Die Bebauung der Hasenwiese ist absolut notwendig.“ Wie die Meinungen unter den Weißenhornern verteilt sind, das wird sich am Sonntag, 8. Juli, zeigen, wenn die Bürger zum Entscheid über die Zukunft der Hasenwiese an die Wahlurnen gerufen werden.

    Jürgen Kohler, einer der Initiatoren, schilderte die Situation rund um die Hasenwiese. Wie berichtet, könnten auf dem westlichen, bereits bebauten Teil des Geländes zwei Supermärkte entstehen. Die Ketten Aldi und Feneberg haben Interesse angemeldet. Der Stadtrat hat einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Angedacht sind laut vorliegenden Plänen derzeit zwei eigenständige Gebäude: eines ganz im Westen des Geländes, das andere nördlich in der Mitte. Die Anwohner im Norden sollen durch eine Mauer vor Lärm geschützt werden.

    Lärmgutachten soll zu Beginn der Pfingstferien vorliegen

    Der Vertreter der Firma Aldi habe ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben, die Studie soll zu Beginn der Pfingstferien vorliegen, teilte Kohler mit. Eine Einfahrt in der Reichenbacher Straße ist wohl nicht mehr beabsichtigt. Kohler zeigte in einer Fotoschau nostalgische Aufnahmen von der Hasenwiese, darunter ein altes Gemälde von einem Kinderfest. Er stellte fest: „Dieser Platz hat Geschichte, wir sollten uns gut überlegen, was wir damit machen.“ Er wiederholte den Hauptkritikpunkt der Marktgegner: Die Reichenbacher Straße zwischen Hauptplatz und Oberhauser Straße sei ohnehin schon „Nadelöhr“, die Verkehrssituation „angespannt“. Kohler: „Morgens und mittags stehen die Autos Stange an Stange.“ Noch mehr Fahrer, etwa Schnäppchenjäger auf dem Weg zum Discounter, könne die Fahrbahn nicht verkraften, befürchten die Anlieger.

    Eine Bürgerin meldete sich zu Wort, die mit Nachbarn der Discounter-Filiale in Illertissen gesprochen hatte. Sie zeichnete ein beklemmendes Bild: „Das ist die reinste Katastrophe.“ Anders als vereinbart steuerten Lastwagen den Markt oft schon vor 6 Uhr morgens an, und auch die Lüftungsanlagen verursachten großen Lärm. Die Kritik am lauten Lieferverkehr bestätigte ein Lastwagenfahrer im Publikum: „Was glauben Sie, wie die Leute morgens hüpfen.“

    Rat Amann fügte an, die neuen Märkte gefährdeten Schulkinder: Sie würden dann „über die Straße rennen, um Süßigkeiten zu kaufen“. Auch Attenhofen und Hegelhofen hätten mit stärkerem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

    Zugeständnis an die Wirtsfamilie: Ein Supermarkt

    Amanns Fazit: „Dort ein Verkaufszentrum anzulegen ist schlichtweg falsch.“ Dennoch sollten den Besitzern des Areals, der Wirtsfamilie Walser, Zugeständnisse gemacht werden: „Niemand hat etwas gegen einen einzigen Supermarkt.“ Bei einem Überangebot würden die Kunden aber wohl der Innenstadt fernbleiben.

    Ulla Widmann-Borst, Inhaberin einer Werbefirma und Mitglied des Gewerbeverbands, widersprach: „Der Markt ist nicht gesättigt.“ Im Gegenteil: Eine Drogeriemarktkette habe zwei Filialen geschlossen, im Osten Weißenhorns gebe keine Einkaufsmöglichkeiten. „Man muss irgendwann auch mal etwas zulassen.“ Bislang müssten alle Anwohner im Osten und der Ortsteile Biberachzell, Wallenhausen, Ober- und Unterreichenbach zum Einkaufen mitten durch die Stadt fahren. Sollte am Rössle ein Seniorenheim entstehen, bräuchten die Bewohner einen Markt, der fußläufig zu erreichen sei.

    Kohler hielt es für falsch, auf Aldi zu setzen – er spielte auf Bespitzelungsaffäre und steigende Preise an: „Wir Weißenhorner wollen wohl immer gegen den Trend handeln.“

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