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Kreis Neu-Ulm: Atom-Endlager droht in der Region

Kreis Neu-Ulm

Atom-Endlager droht in der Region

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    Atom-Endlager. Symbolbild.
    Atom-Endlager. Symbolbild. Foto: DPA

    Seit die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im August 2006 eine Studie über die Verbreitung von Ton als potenzielles „Wirtsgestein“ für hoch radioaktive Abfälle veröffentlichte, kreist unaufhörlich ein Thema über der Region: das mögliche Endlager für Atommüll, weil am südlichen Rand der Schwäbischen Alb massig Tonschichten zu finden sind.

    Durch die neue Verpflichtung der EU, dass alle Länder mit Atomkraftwerken bis 2015 konkrete Pläne für die endgültige Lagerung nuklearer Abfälle präsentieren müssen, bekommt die Thematik neuen Schub. Wie Ralf Heineken, Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums betonte, werde großen Wert darauf gelegt, dass die Suche nach einem Endlager bundesweit und ergebnisoffen erfolge, so wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben sei. Allerdings liege es nun an der Bundesregierung, das Verfahren und genaue Eignungskriterien festzulegen. Wenn im Anschluss an ein solches Verfahren feststehe, dass die Tonschichten unter Ulm am geeignetsten sind, dann müsse dies so akzeptiert werden.

    Zweifel daran, dass es so weit kommt, hat Markus Riethe, Direktor des Regionalverbandes Donau-Iller. Der Hauptgrund: Der Studie des BGR sei eindeutig zu entnehmen, dass Tongesteinsformationen zur Endlagerung schlechter geeignet sind als etwa Steinsalz, wie es bei Gorleben zu finden ist.

    Außerdem hätte die Studie allein die Eignung der Gesteinsschichten bewertet. Andere Faktoren wie etwa bedeutende Grundwasservorkommen oder die Dichte der Besiedelung hätten keine Rolle gespielt. Doch gerade diese Faktoren, die in einem erneuten Suchverfahren wohl eine Rolle spielen würden, sprächen gegen die Tonschichten der Region.

    Bereits 2006 hatte sich die Verbandsversammlung des Regionalverbandes gegen jede weitere Untersuchung der Tonformationen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Region ausgesprochen. Das Thema schien erledigt. Jedoch nur, bis Winfried Kretschmann, der baden-württembergische Ministerpräsident (Grüne), sich gegen eine Festlegung allein auf den Salzstock Gorleben in Niedersachsen aussprach. So war Ulm wieder in einem wenig begehrten Rennen.

    „Reale Bedrohung“ aus dem Zwischenlager in Gundremmingen

    Für Raimund Kamm, Vorsitzender des Vereins „Forum – Gemeinsam gegen das Zwischenlager“ geht die öffentliche Diskussion in eine falsche Richtung. Vorrangig sei überhaupt ein Endlager zu finden, indem der hochgefährliche Müll Millionen von Jahren aufbewahrt werden könne.

    Jeder dieser möglichen Orte – ob in Ulmer Ton oder Salz oder sonst wo – sei immer noch besser als ein oberirdisches Zwischenlager, wie es derzeit in Gundremmingen (Kreis Günzburg) vor Ulms Haustüre stehe. „Dieses Lager bedroht uns ganz real“, sagt Kamm und fordert zur Eile auf, „endlich“ ein geeignetes Endlager zu suchen. „Wenn da was Ernstes passiert, können wir den ganzen Landkreis vergessen“, sagt Kamm angesichts von 31 Castor-Behältern in Gundremmingen, die nach seinen Informationen jeweils die 200-fache Radioaktivität besäßen wie sämtliche nuklearen Abfälle, die im Salzbergwerk Asse gelagert würden.

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