Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neu-Ulm
Icon Pfeil nach unten
Weißenhorn
Icon Pfeil nach unten

Champions League: Auf nach München!

Champions League

Auf nach München!

  • |
  • |
  • |
    Auf nach München!
    Auf nach München!

    Schießen/München Das Kribbeln ist kaum noch zu ertragen: In den vergangenen Tagen ist die Anspannung der Schießener FC-Bayern-Fans stetig gewachsen – und schließlich in pure Vorfreunde umgeschlagen: Wenn am heutigen Samstag um 20.45 Uhr in der Münchner Allianz-Arena das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea angepfiffen wird, dann werden mehrere Mitglieder von „Red-White Dynamite“ dabei sein. „Das wird gigantisch, Gänsehaut pur“, freut sich der Vorsitzende Roland Held aus Oberroth. Insgesamt 70 Fans aus Schießen und Umgebung werden am Samstagmorgen per Bus in die Landeshauptstadt reisen: 50 werden die Übertragung im Olympiastadion verfolgen, 20 konnten Tickets für das „Spiel der Spiele“ ergattern.

    Acht Tickets und viele enttäuschte Fans

    Der Fanclub selbst – nach eigenen Angaben mit über 600 Mitgliedern einer der 100 größten überhaupt – hat acht Eintrittskarten für das Finale erhalten. Red-White-Kassierer Arnulf Strobel meldete die Namen der kaufbereiten Schießener an die Bayern-Geschäftsstelle in München, dort wurden die Tickets gleich verlost. Wer die Chance auf eine Karte haben wollte, der musste gleichzeitig Mitglied beim Rekordmeister sein. Aus Sicht der FC-Bayern-Verantwortlichen ein notwendiger Schritt: Zu groß war der weltweite Ansturm. Doch auch unter eingeschworenen Weiß-Roten war die Nachfrage größer als das Angebot – rund 150000 Kartenbestellungen sind in München eingegangen, weiß Held aus gut informierten Fankreisen. Auf dem Schwarzmarkt wurden die begehrten Karten zuletzt für 1500 Euro pro Stück gehandelt. Betrüger witterten gute Geschäfte, sagt Bayernexperte Held: „Im Internet waren Karten fürs Finale für 600 Euro angeboten – bei näherem Hinschauen allerdings dann doch nur fürs Public-Viewing im Olympiastadion.“ Ein mieses Geschäft: Die Übertragung an alter Spielstätte ist bereits für fünf Euro zu sehen.

    Die Folgen der großen Nachfrage bekamen auch die 50 Schießener Doppelmitglieder zu spüren – nur wenige erhielten Tickets: „Viele waren schon ein bisschen enttäuscht“, sagt Vorsitzender Held. Ein kleiner Trost für viele treue Fans sei aber die Party mit Public-Viewing im Olympiastadion: „Da ist ja auch etwas geboten.“

    Vor der ehemaligen Spielstätte ihres Lieblingsvereins werden sich die Schießener am Samstag auf den großen Kick am Abend vorbereiten – und erst einmal vespern: „Wir haben jede Menge Weißwürste im Bus“, erläutert Held. Das gemeinsame Frühstück vor Ort sei eigentlich ein Ritual bei Fahrten zu Auswärtsspielen. „Heute fangen wir auch so an.“ Dann wollen die 70 im Olympiastadion gemeinsam feiern – erst am späten Nachmittag werden sich die Wege trennen: Die Glücklichen ziehen weiter zur Allianz-Arena.

    Roland Held ist Bayern-Fan seit er denken kann und seit 1993 Mitglied im Münchner Fußballclub. Wo die Rot-Weißen auch gespielt haben, Held war dabei: Chelsea, Barcelona, Mailand – als eingefleischter Fan hat er schon viele Stadien großer Klubs gesehen. Im Jahr 2010 auch das Estadio Bernabéu in Madrid, in dem die Münchner im Champions-League-Finale 0:2 gegen Inter Mailand verloren. Die Schießener Fans hatten eine Boeing 737 für 160 Schlachtenbummler gechartert. „Das war eine ziemliche Hektik“, erinnert sich Held, der zusammen mit Kassier Strobel rund 1000 Anfragen per E-Mail beantworten musste.

    Schlachtenbummler wollen für Jubel-Kulisse sorgen

    Ob die Stimmung in der Allianz-Arena heute meisterlich wird? Roland Held ist noch skeptisch: „Die Fans sitzen ziemlich verteilt.“ Ein Nachteil des Losverfahrens. Zudem habe die Vereinigung europäischer Fußballverbände, kurz: Uefa, viele Tickets an Funktionäre und Sponsoren vergeben. „Die sitzen kreuz und quer.“ Doch die Schlachtenbummler aus Schießen wollen für die passende Jubel-Kulisse sorgen: „Der Funke muss gleich zu Beginn überspringen“, ist sich Held sicher, der auf ein frühes Tor der Münchner hofft. „Dann haben wir eine Chance.“ Einen Tipp will Held zwar nicht abgeben, schätzt aber: „Zu 60 Prozent gewinnen wir.“ Abergläubisch sei er nicht, sagt der Vorsitzende. Aber die Vorzeichen für einen Bayernsieg stünden günstig – dies lehre ein Blick in die Geschichtsbücher: Im Jahr 1999 verloren die Münchner im Finale gegen Manchester United, zwei Jahre später siegten sie gegen Valencia. Eine ähnliche Situation gibt es heute: 2010 verloren, 2012 wieder im Endspiel. Held: „Ein gutes Omen.“

    Schauen in Schießen: Die Daheimgebliebenen können heute Abend gemeinsam fiebern: Im Bräuhaus in Schießen gibt es ab 18 Uhr ein Public-Viewing.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden