Nersingen Babette Gnann aus Nersingen wird am 8.8. 88 Jahre alt. „Das wird gefeiert“, erzählte die heitere Seniorin, während ihr Angela Mehler vom Elchinger Haus Tobit auf dem 1. Nersinger Seniorentag eine wohltuende Handmassage verabreichte.
Wer die rüstige Seniorin erlebt hat, erahnt, wie recht Staatsministerin Dr. Beate Merk hat, als sie in ihrem Grußwort unterstrich, dass im Alter aus Kirschen Kirschpralinen werden. Alter habe viele Vorteile, es mache Zeit und Erfahrungen wertvoller, war die Botschaft der Ministerin, die auch vor den Nachteilen des Alters die Augen nicht verschloss. Sie bezeichnete den Nersinger Seniorentag als großartige Idee, der für viele Gemeinden ein gutes Vorbild sein werde.
Landrat Erich Josef Geßner verband seine Ausführungen zum Alter mit dem Wunsch, die Seniorinnen und Senioren mögen sich an Bernard Shaw orientieren, dem ein Reporter an seinem 93. Geburtstag sagte, er hoffe ihn beim 100. wieder anzutreffen. Was Shaw mit der Feststellung beantwortete: „Warum sollten Sie nicht? Sie sehen doch noch ganz rüstig aus.“
Das rüstige und das pflegebedürftige Alter mit allen Möglichkeiten, die es bietet, waren Thema des 1. Nersinger Seniorentages. „Ich kann Sie nur ermuntern, die Arbeit für die Seniorinnen und Senioren, die Sie in Ihrer Gemeinde begonnen haben, mit viel Engagement und Einfallsreichtum fortzusetzen“, lobte Landrat Geßner Nersingens Bürgermeister Erich Winkler. Politik und Gesellschaft müssten die Solidarität zwischen den Generationen einfordern. Ohne die Leistung der älteren Generation stünden wir heute nicht da, wo wir stehen, bemerkte Geßner und zitierte den verstorbenen Bundeskanzler Adenauer mit den Worten: „Ich weiß gar nicht, was die Leute gegen das Alter haben. Es ist die einzige Möglichkeit, lange zu leben.“
Beim Seniorentag wurde unter anderem auf die Vernetzung der bereits vorhandenen Möglichkeiten und auf die Einrichtung eines Seniorencafés beim Wochenmarkt in Rathausnähe hingewiesen. In einer Seniorenbroschüre wurde ein Leitfaden mit Telefonnummern und Kontaktmöglichkeiten als Alltagsbegleiter für die älteren Mitbürger vorgestellt.
Im Sitzungssaal des Rathauses wird bis 18. Mai die Fotoausstellung Nersinger „Senioren im Alltag“ gezeigt. „Wir sind dabei“, versprachen im Programm über 40 Gruppen, Marktteilnehmer und Referenten. Sie lösten ihr Versprechen mit dem „Markt der Möglichkeiten“ ein. „Ich finde es ganz wichtig, dass man hier mit umfassenden Informationen und Ideen versorgt wird, bevor man ins Seniorenalter kommt“, sagte Dr. Helmut Luible aus Nersingen. Die Hinweise und Möglichkeiten für den Erhalt der geistigen und körperlichen Fitness auf dem Markt der Möglichkeiten waren für Doris Tränkle aus Pfuhl „besonders beeindruckend“.