Ulm Wenn Clemens Schneider malt, tut er dies zu Musik. Im ersten Schritt entstehen zu Freejazz die ersten Striche, zu klassischen Klängen schichtet er dann Farbfläche um Farbfläche. Der Stuttgarter, geboren 1974, ist Synästhetiker. Vor allem ist er aber ein technisch ausgezeichneter Maler, dessen fremde Bildwelten in seinen neuesten Arbeiten sich immer mehr zu organischen Formen verdichten.
Schneider gehört zu den ganz wenigen rein abstrakten Malern im Schrade-Repertoire. Seine Gemälde bestehen vor allem aus hauchdünnen, sich überlagernden, in kühlen, manchmal auch metallischen Tönen gehaltenen Farbschleiern, die der Künstler laut Schrade in den Jute-Untergrund eher einmassiert als sie aufzutragen. In seinen neuesten Arbeiten brechen sich aber beinahe figürliche Elemente Bahn, die Farben verdichten sich zu bisweilen surrealen Formen. In den blasenartigen Gebilden auf den Bildern Schneiders glaubt der Betrachter organische Strukturen zu erkennen, eine kosmische Ursuppe, die sich in einem dauerhaften Fluss zu befinden scheint. Noch deutlicher wird die (Rück-)Besinnung auf Figuratives, zumindest aber Gestisches in den Zeichnungen Schneiders, die ebenfalls bei Schrade zu sehen sind.
„Ulmer Kunstachse“ präsentiert sich bei Galerie-Rundgang
Bei der Kulturnacht präsentierte der Künstler zur Ausstellung eine Klangcollage – morgen, Samstag, von 18 bis 22 Uhr ist sie erneut zu hören. Dann stellt sich die „Ulmer Kunstachse“ vor. Neben der Galerie Tobias Schrade (Auf der Insel) nehmen an dieser Veranstaltung auch die Fischerplatz-Galerie, in der Holzskulpturen von Armin Göhringen zu sehen sind, und die Smudajeschek-Galerie mit ihrer Gruppenausstellung „Unfreedom“ teil. Ein geführter Galerie-Rundgang beginnt um 19.30 Uhr bei Smudajeschek in der Rabengasse. Die Künstler sind jeweils anwesend.
Ausstellung noch bis 6. Oktober.