Ulm Balkanjazz lebt davon, die Lebendigkeit der Tempi, die Schrägheit der Rhythmen und ständig wechselnde Takte mit immer neuen Improvisation zu verändern und dabei munter in allen Musikstilen zuhause zu sein. So auch bei der Linzer Truppe "JazzWa", die auf dem Ulmer Marktplatz bei spätsommerlich-klarem Wetter ein klangschönes Medley südosteuropäischer Stimmungen präsentierte.
Quirlige Arrangements von Volksliedern
Gegründet hat die Band Nebojsa Krulanovic, im Brotberuf Schauspielmusiker und Komponist am Landestheater Linz. Ihm sind auch die quirligen Arrangements der serbischen, rumänischen, bulgarischen und österreichischen Volkslieder zu verdanken. Dem Ohr schmeichelt diese gutverdauliche Mischung musikalischer Dialekte des Ostens zwischen balkanisch-schneller, blechgetriebener Partymusik (schöne Trompetensoli von Gerd Rahstorfer), sanften Balladen und lustvoll ausgeloteten, bittersüßen Liebesliedern, die immer einen tieftraurigen Ursprung haben. Auch JazzWa lebt von der Anleihe bei Stilen aus der ganzen Welt: Es gibt "Bosnien-Blues", "Balkan-Rumba" und "Roma-Tango", die mitunter sehr effektvoll mit der Tonsprache von Free-Jazz, Minimalismus, Pop und Folk gekreuzt werden. Dafür sorgten Soli von Violinistin Irene Kepl, Thomas Mandel am Sopransaxofon und Manuela Kloibmüller am Akkordeon.
Das kam offensichtlich an, der Marktplatz war gut gefüllt. Der Applaus war groß, nur die mehrfache Aufforderung, sich den Tanzrhythmen hinzugeben, wurde vom Gros des Publikums jedoch höflich überhört.
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