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30. Juni 2010 04:51 Uhr

Blick auf Gefahren im künftigen Erwerbsleben

Illertissen. Wenn es darum geht, den Lehrplan für die Ausbildung der Schüler auszuweiten und anschaulich zu ergänzen, dann finden die Lehrkräfte der Staatlichen Berufsschule immer wieder neue Möglichkeiten. Die aktuellste entsprang der Zusammenarbeit zwischen Fachlehrer Siggi Förster und Wolfgang Rösch vom Präventionsdienst Stuttgart für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Inzwischen wurden die Metallerklassen 10 a bis 10 d in Form von Kurzlehrgängen im Berufsgenossenschaftlichen Schulungsheim Illertissen mit den sicherheitstechnischen Erfordernissen und den Gefahren, die bei der Ausübung des künftigen Berufs lauern, bekannt gemacht. Von otto mittelbach

In der Berufsschule Illertissen wurden Gefahren, denen Beschäftigte in der Metallbranche ausgesetzt sind, anschaulich demonstriert. Foto: ch
Foto: ch

Die Aufgabe der Berufsgenossenschaften als Träger der bereits 1884 unter Reichskanzler Bismarck eingeführten Unfallversicherung erläuterte Anton Schmid, Leiter der Bildungsstätte. Die BG's nehmen den Unternehmen die Haftpflicht ab und versuchen, durch die von den Bildungsstätten ausgehenden Impulse einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Unfälle zu leisten. Jährlich werden in Illertissen etwa 6 500 Mitarbeiter von Betrieben aus ganz Deutschland geschult, inzwischen sind es über 180 000. Mit der erstmaligen Schulung künftiger Metallberufler wurde die günstige Lage der Bildungsstätte vor Ort genutzt.

Der Sicherheit beim Umgang mit Metall verarbeitenden Maschinen war ein Vortrag mit aussagekräftigen Bildbeispielen von Unfällen an Drehmaschinen oder Hubarbeitsbühnen gewidmet. Als Folgen von Fehlverhalten oder Unachtsamkeit durch die Bediener ergaben sich zu unterschiedlich schweren körperlichen Schäden oft wirtschaftliche, soziale sowie rechtliche Konsequenzen. Weil in metallverarbeitenden Betrieben auch mit Brand- und Explosionsgefahren gerechnet werden muss, konnten die Schüler bei Versuchen erfahren, wie verschiedene Stoffe und Flüssigkeiten auf Feuer reagieren. Schließlich stand die Lärmbelästigung als extreme Gefährdung für junge Menschen auf dem Programm, weil Hörschäden irreparabel sind. Und auch der Schutz der Haut ist im Metallbereich enorm wichtig, weil mit immer stärkeren Lösungsmitteln, mit Ölen und Fetten umgegangen wird und bei der mechanischen Fertigung vielerlei Verletzungen möglich sind. Etliche Themenstellungen wurden auf anschauliche Weise und vertieft vermittelt.

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Vor dieser Exkursion hat die Berufsschule schon seit Jahren besondere Projekte realisiert: Die im Lehrplan vorgeschriebene Fertigung von Gegenständen durch die Schüler der Abschlussklassen wurde zum anspruchsvollen Bau von Tischkickern mit nachfolgendem sportlichen Wettbewerb genutzt. Und im Vorjahr gelang sogar die Konstruktion von Verpackungsmaschinen, von denen die am besten gelungene inzwischen bei Firma Fluoron im täglichen Arbeitsablauf produktiv eingesetzt wird. Das Lehrerteam um Siggi Förster wurde dafür mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet. Und heuer entstand als Nachfolgeprojekt eine Etikettiermaschine. Inzwischen haben die Schüler Tipp-kick-Figuren gebastelt, mit denen, parallel zur Fußballweltmeisterschaft, ein Tipp-kick-Turnier ausgetragen wird.

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