„Wir mussten mit dem Schlimmsten rechnen, zumal in dem 15-stöckigen Haus 190 Menschen wohnen“, sagte gestern Polizeisprecher Jürgen Salzmann. Es wurde allerdings nicht so schlimm, wie anfänglich befürchtet. In gut 20 Minuten hatten die Männer der Feuerwehr Neu-Ulm das Feuer unter Kontrolle. Drei Menschen wurden mit leichten Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. „Gott sei Dank ist die Sache glimpflich ausgegangen“, atmete Salzmann noch einer Stunde erleichtert auf.
Das Feuer war in einer Wohnung im achten Stock des Hochhauses ausgebrochen. Nach den Ermittlungen der Polizei hielten sich zu diesem Zeitpunkt eine 65 Jahre alte Frau und ihre 35-jährige Tochter in der Wohnung auf. Die Mutter habe das Mittagessen auf dem Herd zubereitet und die Küche nach eigenen Angaben nur für kurze Zeit verlassen. Als sie um 11.40 Uhr in die Küche zurückkehrte, schlugen ihr bereits offene Flammen entgegen, weil das Feuer des brennenden Essens schon auf einen Vorhang übergegriffen hatte.
Die Frau und ihre Tochter konnten sich selbst aus der Wohnung retten, zogen sich aber leichte Rauchvergiftungen zu.
Die alarmierten Hilfsorganisationen rückten angesichts der Lage mit einem Großaufgebot an: Die Polizei mit sechs Streifenwagenbesatzungen, die Feuerwehr mit 37 Mann auf neun Fahrzeugen und der Rettungsdienst mit 20 Mann und etlichen Rettungsfahrzeugen.
Zunächst war nicht klar, ob das Feuer und/oder der Rauch innerhalb des Gebäudes sich schon auf die darüberliegenden Stockwerke ausgebreitet hatte und die dort wohnenden Menschen bedroht waren. Schnell hatte jedoch ein Einsatztrupp der Feuerwehr die Situation on erkundet und auch das Feuer in der betroffenen Wohnung gelöscht.
Innerhalb von gut 20 Minuten war nach Polizeiangaben die Gefahr vorüber. Ein Großteil der zum Zeitpunkt des Brandes in dem Hochhaus befindlichen Menschen war ohne fremde Hilfe ins Freie gegangen und hatte von dort aus die Löscharbeiten beobachtet. Eine 72 Jahre alte Frau hatte sich beim verlassen ihrer Wohnung im Treppenhaus eine leichte Rauchvergiftung zugezogen und war ebenfalls vorsorglich zur weiteren Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden. Nach gut einer Stunden konnten die Rettungskräfte und die Polizei wieder abrücken. Zurück blieb ein Sachschaden in der betroffenen Wohnung von geschätzten 10000 Euro.