Senden Alternative Energien stehen derzeit hoch im Kurs. Auch in Senden soll, so die Idee des Vereins BiSS, möglichst viel Energie selbst produziert werden – und zwar mit Hilfe einer Energie-Bürgergenossenschaft. Eine solche, für alle Bürger offene Genossenschaft zu gründen, hat sich der Verein schon seit einigen Monaten vorgenommen. Im Februar wollen sie ihre konkreten Pläne nun bei einem Informationsabend vorstellen.
„Bei dieser Veranstaltung können wir auch ausloten, wie groß das Interesse an einer Sendener Genossenschaft ist“, erklärt BiSS-Stadtrat Anton Leger, der sich seit dem vergangenen Sommer mit der Idee einer Bürgergenossenschaft auseinandersetzt.
Verein ließ bereits Kosten schätzen
„Aktiv, finanziell rentabel und zugleich umweltbewusst“, so heißt es im ersten BiSS-Schreiben zum Informationsabend, könnten sich die Bürger mithilfe einer Genossenschaft an der Energiegewinnung beteiligen. Als Referenten hat der Verein einen Altbürgermeister und Ingenieur geladen: Helmut Neuweg aus dem bayerischen Hilpoltstein, der Mitbegründer des „Energiebündels Roth-Schwabach“ ist.
Erste Kostenschätzungen für die Installation von Fotovoltaikanlagen hat der Verein schon eingeholt, berichtet BiSS-Vorsitzende Monika Schröder. Und es wurde überlegt, auf welchen öffentlichen Gebäuden eventuell solche Anlagen errichtet werden könnten. Dazu zählen etwa die Grundschule Ay, die Hauptschule und der Seniorentreff der Stadt. Auch eine Seitenwand des Schwimmbads samt Terrassenanbau könnte mit der Technik ausgerüstet werden, sagen die Initiatoren.
Mehrere Banken hätten schon ihre Bereitschaft zur Mitfinanzierung des Vorhabens signalisiert, berichtet Leger, „wenn wir sie überhaupt brauchen.“ Denn falls sich genug Bürger mit der Zeichnung von Anteilen einbringen, könnte das Geld für den Anlagenbau von der Genossenschaft selbst aufgebracht werden. Außerdem haben sich die Vereinsmitglieder bereits nach einem technischen Beistand umgesehen und Kandidaten gefunden, die sich in die Vorstandsarbeit einbringen würden.
Leger weiß, dass die nicht lange zurückliegende Gründung einer ähnlichen Genossenschaft in Laupheim auf große Resonanz gestoßen war. „Und was in Laupheim geht, müsste doch auch in Senden möglich sein“, gibt sich Leger optimistisch. Fänden sich genügend potenzielle Anteilseigner, könnte im nächsten Schritt eine Gründungsversammlung organisiert und die Strukturen der Genossenschaft festgeklopft werden.
Nicht nur Hausbesitzer, sondern auch Wohnungseigentümer oder Mieter können sich an der Genossenschaft beteiligen, erklärt BiSS-Fraktionsvorsitzende Gisela Schäfer. Ebenso seien Interessierte aus umliegenden Gemeinden willkommen. Als Kaufpreis für die Anteile sind 100 Euro pro Stück angedacht.
Alle drei BiSS-Sprecher betonen, dass die Energiegenossenschaft unabhängig von politischen oder sonstigen Ambitionen sei. „Wir wollen einfach nur Geburtshelfer sein“, sagt Anton Leger.