Ulm/Bonn Das Bundeskartellamt hat wegen Absprachen bei der Herstellung von Feuerwehrfahrzeugen mit Drehleitern gegen die Iveco Brandschutztechnik GmbH in Ulm ein Bußgeld von 17,5 Millionen Euro verhängt. Das teilte das Bundeskartellamt gestern in Bonn mit. An der Absprache war neben Iveco auch die Metz Aerials GmbH&Co KG aus Karlsruhe beteiligt, die zur österreichischen Rosenbauer Gruppe gehört. Gegen Rosenbauer wurde keine Geldbuße verhängt, da das Unternehmen das Kartell 2010 beim Bundeskartellamt angezeigt hatte.
Im Mai 2010 hatte das Bundeskartellamt eine Durchsuchungsaktion durchgeführt. Das Verfahren gegen die Betriebsleiter und Geschäftsführer wurde an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben. Die Kartellabsprache betraf den Zeitraum von 1998 bis 2007.
Der Markt von Feuerwehrfahrzeugen mit Drehleitern wird von Iveco und Rosenbauer zu fast 100 Prozent beherrscht. Die Vertriebsleiter der Unternehmen trafen sich im genannten Zeitraum regelmäßig und teilten mit Hilfe von Projektlisten die laufenden Ausschreibungen untereinander auf. Angestrebt wurde eine Marktaufteilung zu gleichen Teilen. Um ihr Tun zu verschleiern, kommunizierten die Vertriebsleiter mit Prepaid Handys und bedienten sich seit der Weltmeisterschaft 2006 eines Sprachcodes aus der Fußballwelt. Die Treffen wurden als Training bezeichnet und die zu gewährenden Rabatte als Spielergebnisse getarnt.
Mit Iveco wurde eine einvernehmliche Verfahrensbeendigung vereinbart. In einer Mitteilung der Iveco Magirus Brandschutztechnik (IMBT) hieß es, das Unternehmen habe aktiv an der Aufklärung des Falles mitgearbeitet. Der Sachverhalt liege Jahre zurück und habe sich unter anderem Management und anderer Führungsstruktur ereignet. IMBT habe als erste der beteiligten Parteien eigenständig und von sich aus das beanstandete Fehlverhalten im Herbst 2007 beendet. Die aktuelle Geschäftsführung sei daher von den Vorwürfen nicht betroffen. (dpa)