Vor 25 Jahren wurde sie geplant, vor zehn Jahren gab es einen Architektenwettbewerb, vor drei Jahren war Baubeginn – und in genau einem Jahr soll die neue Chirurgie des Universitätsklinikums Ulm auf dem Oberen Eselsberg bezogen werden. Für den Countdown zu diesem großen Moment in der Geschichte des Krankenhauses ist gestern vor dem alten Chirurgiegebäude auf dem Safranberg symbolisch eine Uhr enthüllt worden, die die verbleibende Zeit sekundengenau anzeigt.
Vom Hubschrauberlandeplatz ist die Tafel danach in den Eingangsbereich des Klinikgebäudes verfrachtet worden, damit Mitarbeiter und Patienten jeden Tag genau verfolgen können, wann die große Reise auf den Eselsberg bevorsteht. „Die Festlegung auf ein konkretes Datum ist zum jetzigen Zeitpunkt enorm wichtig für unsere weiteren Planungen“, sagte der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Dr. Reinhard Marre. „Schließlich müssen bei einem Projekt dieser Größenordnung sehr, sehr viele Rädchen exakt ineinandergreifen, damit wir für unsere Patienten, aber auch für und mit unseren Mitarbeitern einen möglichst reibungslosen Start im neuen Domizil realisieren können.“
Das kommende Jahr werde ausgefüllt sein von „unglaublich vielen Planungen und Arbeiten“. Wie werden die neuen Operationssäle ausgestaltet? Wie sind die Arbeitsabläufe in der neuen Klinik? Wie werden die Patientenzimmer aussehen? Wie klappt die Anbindung an die Innere Medizin? Wie sieht’s mit den Parkplätzen aus? – Mit solchen und Dutzenden weiteren Fragen beschäftigen sich der Vorstand, der Lenkungsausschuss und zahlreiche Mitglieder des „Kernprojektteams Inbetriebnahme Chirurgie“. Ein Stein vom Herzen wird ihnen wohl fallen, wenn am 15. Juni nächsten Jahres die große Kolonne von Rettungsfahrzeugen mit Patienten vom Safranberg auf den Eselsberg sicher angekommen ist.
Das alte Gebäude am Safranberg hatte zwar auch seinen Charme, wie Prof. Dr. Florian Gebhard, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Chirurgie, gestern einräumte. Doch die Räumlichkeiten wurden im Laufe der vergangenen Jahre immer beengter, die Arbeit wurde immer schwieriger: „Dieser Zustand war sehr belastend für uns Chirurgen.“ Aber nicht nur für die Mitarbeiter, sondern vor allem auch für die Patienten soll das neue Gebäude enorme Verbesserungen bringen. „Zweibettzimmer mit eigenen Nasszellen sind künftig Standard“, erläuterte Gebhard. „Die neuen Räumlichkeiten überzeugen durch Komfort, sie sind hell und freundlich gestaltet.“ Noch wichtiger sei aber, dass das Uniklinikum die Chirurgie insgesamt sehr viel besser an den heutigen Bedürfnissen der Patienten ausrichten könne.
Das alles in einem Jahr hinzubekommen, sei eine große Herausforderung, sagte Professor Marre und versprach: „Die neue Chirurgie wird nicht perfekt sein. Aber sie wird gut sein.“