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01. Juli 2010 05:51 Uhr

Das Brot als Schmuck im Buch

Ulm Das Brot als Kulturgut hat viele Ausdrucksformen, das zeigt das Museum für Brotkultur in seiner Dauerausstellung - und ab heute auch in der Studioausstellung "Exlibris: Brot". Darin zeigt das Museum 200 grafische Arbeiten von Künstlern aus aller Welt, die 2006 im Rahmen eines Wettbewerbs der Stiftung Balkankult aus Serbien entstanden - und die zeigt, wie unterschiedlich der Brotbegriff in verschiedenen Kulturen besetzt ist.

Shapalavay Smicer aus Weißrussland thematisiert den Hunger auf seiner Arbeit, mit der er beim Wettbewerb 2006 den ersten Platz belegte. Foto: Museum
Foto: Museum

Die Exlibris (siehe Infokasten) eignen sich perfekt für eine Ausstellung mit einer komparativen Stoßrichtung. Im Rahmen des kleinen Formats und der technischen Beschränkung - nur grafische Mittel wie Radierung oder Computerdruck waren zugelassen - entstanden sehr unterschiedliche Arbeiten. Ausgewählt wurden sie seinerzeit von einer Jury, der auch Dr. Andrea Fadani, Leiter des Museums für Brotkultur, angehörte.

Aus 46 Ländern stammen die Künstler, entsprechend groß ist die Bandbreite der Arbeiten. Vor allem die Exponate aus Südamerika thematisieren oft die soziale Frage, während Arbeiten aus den westlichen Staaten eher ästhetisch mit dem Sujet spielen.

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Die Siegerarbeit von Shapavalay Zmicer aus Weißrussland setzt auf eine expressive Darstellung des Themas Hunger. Doch nicht immer sind die Verbindungen zur Landeskultur greifbar. So sind auch Arbeiten aus Japan zu sehen, einem Land praktisch ohne Brotkultur - dafür mit einer gewichtigen Exlibris-Tradition. Maria Surduca aus Rumänien erzählt in ihrer Arbeit eher von Vormarsch einer fremden Brotkultur: Ihre Grafik zeigt ein dick belegtes Hamburgerbrötchen.

Zu Ulm und dem Museum für Brotkultur ergeben sich interessante Verknüpfungen. So befindet sich unter den prämierten Arbeiten auch eine des Designerduos Karlssonwilker, dessen eine Hälfte, Jan Wilker, aus Ulm stammt. Der argentinische Künstler Maurizio Schwarzman zitiert in seiner Grafik einen Holzschnitt aus der Dauerausstellung des Museums, der einen mobilen Backofen zeigt, wie er während des Konzils von Konstanz (1414-1418) eingesetzt wurde. Ercan Tuna aus Deutschland widmete dem "Bread Museum Ulm" gleich ein eigenes Exlibris.

Die Ausstellung "Exlibris: Brot" wird heute Abend um 19 Uhr im Museum für Brotkultur eröffnet. Danach ist sie bis 5. September zu sehen.

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