Rund 20 Anwohner des Brühl brachten der Verwaltung im Rathaus ihre Anliegen vor. "Das ganze Viertel steht fünf- bis siebenmal im Jahr unter Wasser", erklärte Sprecherin Petra Suchomski. Weitere Anwohner beklagten, sobald die Rückhaltesicherungen in den Häusern anspringen, weil der Abwasserkanal voll ist, steige das Grundwasser an. Die Folge: Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen herrscht in den Kellern regelmäßig Land unter. Und das, berichten die Männer und Frauen, bereits seit 1988.
"Ich verstehe Sie", erklärte Josef Ölberger und versprach, dass sich der Werkausschuss "intensiv" mit dem Problem befassen werde. Peter Ritter von der Stadtverwaltung stellte immerhin die Sanierung des Rückhaltebeckens in Aussicht, sie soll Mitte Dezember abgeschlossen sein. Zu Ausfällen der Drosselung des durchfließenden Wassers soll es dann nicht mehr kommen können. Auch werde die Anlage künftig einmal im Jahr gewartet und alle 14 Tage kontrolliert.
Doch das ist den Anwohnern nicht genug. "Kein Schwein hat sich bisher drum gekümmert", fasste Petra Suchomski die Verärgerung der Nachbarn zusammen. Die Anlage sei trotz der Anwohnerbeschwerden nicht geprüft worden, die Stadt habe ihre Pflichten nicht erfüllt. Die Hausbesitzer haben den Schaden. So hat ein Teil der Anwohner bereits Schadensmeldungen an die Stadt gesandt. Bisher allerdings ohne Erfolg, Bescheide haben sie noch nicht bekommen. Das Problem werde schlichtweg ausgesessen, "man kommt sich verarscht vor", schimpfte ein Bürger.
2006 hat die Verwaltung die Kanäle untersucht - Fehleinleitungen seien damals nicht festgestellt worden, so Ritter. Nun könne noch die Dichtigkeit der Kanäle geprüft werden. Die Mittel dafür aber müssen im Haushalt 2011 vorgesehen werden.
Was die Brühler noch befürchten: Dass, ebenso wie Aufheim, das neue Baugebiet auf der Halde an ihre Kanalisation angeschlossen wird. Ölberger konnte auf diese Frage keine Antwort geben. Wie die Erschließung funktionieren kann, müsse erst untersucht und geplant werden. Das schien den Bewohnern des Brühl zu unsicher: Sie überlegen jetzt, gegen das Baugebiet Halde Einsprüche einzulegen. (ahoi)