Senden Die Familienkomödie „Türkisch für Anfänger“ läuft dieser Tage im Sendener Kino Lido. Kein türkischer, sondern ein deutscher Film also, denn im Moment hat Besitzer Gunter Schuster den Betrieb wieder übernommen.
Seit dem Herbst vergangenen Jahres war Senad Kenjar gemeinsam mit seiner Frau für die Filmauswahl verantwortlich gewesen, das Paar hatte die Geschäfte geführt. Kenjar sah die Chance, mit einem Nischenprogramm in Form von Filmen vor allem aus der Türkei wieder mehr Publikum ins Lido zu locken. Von Anfang an, so Kenjar, sei aber klar gewesen, dass es zwischen Mai und September eine Pause geben würde. In dieser Zeit nämlich sei es nicht möglich, bei den Filmverleihen, mit denen er zusammenarbeitet, türkische Filme zeitnah an der heimischen Premiere zu bekommen. Und anderen Kinos will er im Sendener Lido keine Konkurrenz mit Hollywood-Blockbustern machen, das steht für ihn ebenfalls fest, betont Kenjar, „ich glaube auch nicht, dass sich das lohnen würde“.
Geschäft ging anfangs eher schleppend
In den ersten Wochen nach der Übernahme im September 2011 sei das Geschäft noch sehr schleppend gelaufen, berichtet er, „aber dann konnten wir wieder etwas rausholen. Das Wichtigste ist: Wir haben keinen Verlust gemacht.“ Er sei auch bereit, ab Herbst wieder türkische Filme im Lido zu zeigen, doch zunächst wartet er ab, wie sich der Kinobetrieb bis dahin entwickelt. In nächster Zeit will Besitzer Gunter Schuster das Kino selbst am Laufen halten. Schuster sagte der NUZ, dass er zwar momentan die Filme zeige. Er wisse aber nicht, wie es mit dem Kino langfristig weitergehen wird. Schuster hatte den Kinobetrieb von seinen Eltern übernommen, die mit dem Lido 1952 von Weißenhorn nach Senden gezogen waren. Die Einnahmen des kleinen Lichtspielhauses tröpfeln schon seit Jahren vor sich hin, Geld für Investitionen in neue Technik oder Einrichtung fehlt. Doch obwohl die Besucher ausgeblieben waren, hängen viele Sendener an ihrem Kino. Aus diesem Grund hatte sich auch eine Initiative gegründet, die dem Betrieb durch selbst erstellte Flyer und Putzaktionen wieder auf die Beine helfen wollte. Auch Shows mit Live-Musik sowie ein Abend mit Zauberern fanden zur Kino-Unterstützung im Hause statt. Und die Frauen der örtlichen Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) laden ihre Mitglieder regelmäßig zu Filmabenden ins Lido ein.