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Kultkneipe: Domino-Pächterin gibt auf

Kultkneipe

Domino-Pächterin gibt auf

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    In jungen Jahren war Hariklia Vassikalu Stammgast im Domino. Ihr Herz hängt an der Sendener Kneipe, wie das von vielen regelmäßigen Besuchern auch.
    In jungen Jahren war Hariklia Vassikalu Stammgast im Domino. Ihr Herz hängt an der Sendener Kneipe, wie das von vielen regelmäßigen Besuchern auch.

    Senden Eigentlich ist das Café „Domino“ aus dem Bild der Sendener Hauptstraße nicht mehr wegzudenken. Doch Ende Juni macht Pächterin Hariklia Vassikalu Schluss. Was danach mit der Kneipe geschieht, die seit fast 30 Jahren geöffnet hat, ist noch unklar. Der Hausbesitzer verspricht, dass das Gebäude renoviert wird.

    Seit Mitte der 1980er-Jahre war das Domino ein beliebter Treffpunkt für junge Leute. Doch viele Stammgäste sind nach und nach abgewandert. „Es ist das Ende einer Ära“, sagt Hariklia Vassikalu, früher selbst Stammgast im Café und seit dem vergangenen März Pächterin des Lokals. „Mehr schlecht als recht“ sei der Betrieb im vergangenen Jahr gelaufen, berichtet sie, das sei in erster Linie dem veralteten Zustand des Lokals geschuldet. Sanitäre Anlagen und Leitungen sind marode geworden, die Zapfanlage ist kaputt. Seit der Dartautomat die Punkte nicht mehr richtig zählt, gibt es auch keine Dartturniere mehr. Im Tischkicker fehlen Bälle, in den Toilettenspülungen gurgelt das Wasser und bildet Pfützen auf dem Boden.

    Die Mängelliste im Domino ist lang

    Veranstaltungen mit vielen Gästen habe sie da nicht mehr planen können, erzählt die Sendenerin, die den Betrieb vor allem deshalb übernommen hat, weil sie dem Domino seit Teenagerjahren zugetan war. Das Café mit angeschlossenem Pub im rückwärtigen Bereich aber sei „einfach runtergewirtschaftet“, erklärt die 39-Jährige, die zuletzt ein Lokal in Vöhringen betrieben hatte. „Es muss eben was investiert werden“, betont sie.

    Die Mängelliste im Domino ist lang. Die Stromrechnungen seien wegen veralteter Technik ungewöhnlich hoch, die Heizung nicht vom Lokal aus steuerbar, die hölzerne Einrichtung lange nicht erneuert worden. Um die substanziellen Probleme wissen auch die Besucher. Darüber täuschen die bunten Windlichter nicht hinweg, die Hariklia Vassikalu auf den kleinen Tischen platziert hat. Der zweite Gastraum, das Pub, wurde zuletzt gar nicht mehr genutzt, dort ist alles dunkel.

    Mehrere Pächterwechsel hat es im Domino in den vergangenen Jahren gegeben, doch das Café ist für die verbliebenen Stammgäste ein wertvoller Treffpunkt geblieben. „Das ist mein erweitertes Wohnzimmer“, berichtet einer, den hier alle nur „Jackson“ nennen. Seit 15 Jahren kommt er fast täglich her, hat die Wände der Kneipe mit spaßigen Zeichnungen verziert. „Wenn das Domino schließt, dann fehlt schon was, es ist einfach ein Sendener Urgestein“, meint er. Einer der älteren Gäste pflichtet bei: „Unser ganzer Stammtisch wird dem Domino nachtrauern“, sagt Werner Wagner. Hier treffe man sich seit Jahren regelmäßig zum Frühschoppen, eine Herrenrunde älteren Semesters, die Hariklia Vassikalu „unsere Opis“ nennt. Die Stammgäste kennen sich untereinander, sie gehen seit Jahren ein und aus. Vormittags Senioren, ab Spätnachmittag sind die Jüngeren da. Eine letzte Veranstaltung plant die Wirtin nun, eine Abschiedsparty am 29. Juni. Alles klingt jetzt nach einem Aus, an einen nahtlosen Übergang scheint hier niemand so recht zu glauben.

    Allein Hausbesitzer Josef Lutzenberger gibt sich optimistisch. Er werde schnell Interessenten für das Lokal finden, für Brauereien sei das Domino ein interessantes Objekt. Und er wolle die Räume erneuern lassen. Maximal acht Tage werde das Domino wegen des Pächterwechsels geschlossen, „zur Renovierung“, er müsse nur noch mit den Handwerkern reden.

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