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Probleme bei Ausflugschiff: Donaukapitän steht vor dem Aus

Probleme bei Ausflugschiff

Donaukapitän steht vor dem Aus

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    Vor zwei Jahren hatte Reinhold Kräß zum Saisonstart mit seinem Ausflugsschiff noch gut lachen. Das ist ihm gründlich vergangen. Zu wenig Geld und zu viele Auflagen sind es, die ihm das Leben schwer machen.
    Vor zwei Jahren hatte Reinhold Kräß zum Saisonstart mit seinem Ausflugsschiff noch gut lachen. Das ist ihm gründlich vergangen. Zu wenig Geld und zu viele Auflagen sind es, die ihm das Leben schwer machen. Foto: Roland Furthmair

    Ich bin pleite, ich kann nicht mehr, ich bräuchte einen Haufen Geld, das ich nicht habe“, sagt Reinhold Kräß, der seit 24 Jahren auf dem Grenzfluss schippert und nun keine Zukunft mehr sieht. Überlegungen, mit beiden Schiffen dauerhaft vor Anker zu gehen und als ortsfestes Café und Ausflugslokal zu betreiben, scheitern nach seiner Auskunft an der Stadt Ulm, die dafür keine Genehmigung erteilen will. Nun wartet Kräß auf die zugesicherte Hilfe der Oberbürgermeister aus Ulm und Neu-Ulm. Bislang vergebens. Damit stirbt sehr wahrscheinlich eine jahrzehntealte Tradition auf der Donau.

    MS Donau wirkt etwas heruntergekommen

    Die MS Donau liegt noch immer in Höhe der Gaststätte Bad Wolf vor Anker und wirkt etwas heruntergekommen. Reinhold Kräß traut sich nicht mehr abzulegen und Passagiere zu befördern. Zu hoch sei das Risiko. Die Donau sei voller Kiesbänke, und die Gefahr, auf Grund zu laufen, dementsprechend hoch. „Ich trau mich nicht mehr“, sagt der 61-jährige Kapitän. Ende der Saison im vergangenen Jahr blieb er mit dem Motor der MS Donau auf einem derartigen Kiesbett stecken. Dabei wurde der Außenborder schwer in Mitleidenschaft gezogen. Trotz einer Reparatur, mit einem Kostenaufwand von 6000 Euro, qualmt das Triebwerk sehr.

    Das Geld für eine erneute Reparatur fehlt. Hinzu kommen Auflagen des Schifffahrtsamtes Konstanz – eine Art TÜV für Boote und Schiffe. Die wendet inzwischen strikt die neuesten Vorschriften der Europäischen Union an, und habe Auflagen erlassen, die erheblich ins Geld gehen.

    Unter anderem müsste Kräß für seine Ausflugsfahrten einen Bootsmann anstellen für den Fall, dass ihm während der Fahrt etwas zustößt und er den Kahn nicht mehr steuern könnte. Ferner haben die Kontrolleure die Motoren der MS Donau als zu schwach befunden für Bremsmanöver in Notsituationen. Immerhin dürfen auf der 20 Meter langen MS Donau bis zu 150 Passagiere befördert werden. Für die 77 Jahre alte „Ulmer Spatz“ bräuchte er sogar ein Vollgutachten, wenn er damit wieder losschippern wollte. Auch das kostet eine Menge Geld.

    Kapitän bräuchte 130000 Euro

    Wenn Reinhold Kräß alle notwendigen Investitionen zusammenrechnet, so kommt er auf einen Betrag von 130000 Euro, die er bräuchte, um die MS Donau und den Ulmer Spatz flott zu machen. „Dieses Geld habe ich nicht und bekomme ich als 61-jähriger von der Bank auch nicht“, sagt der Kapitän, der jetzt vor dem Aus steht.

    In dieser Phase der Überlegungen ist er auf die Idee gekommen, das Schiff dauerhaft am Ulmer Donau-Ufer zu befestigen und zu einem Caféschiff auszubauen. Bei der Suche nach einem geeigneten Sandort, an dem Strom, Wasser und Toiletten vorhanden sind, ist Kräß auch fündig geworden. Aber die Stadt Ulm habe bei allen ins Auge gefassten Standorten abgewunken und eine Genehmigung verweigert. Der Kapitän wollte am Metzgerturm, bei der Adlerbastei oder in Höhe des Parkplatzes beim Volksfestplatz dauerhaft vor Anker gehen. Da haben aber mal das Baurechtsamt, ein anderes Mal das Denkmalamt etwas dagegen.

    Ivo Gönner hat Hilfe versprochen

    In seiner Not wandte sich Kräß an den Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner. Der hat versprochen, zusammen mit seinem Neu-Ulmer Amtskollegen Gerold Noerenberg nach einer Lösung für den Donaukapitän zu finden. Bislang offenbar vergebens. „Ich warte seit zweieinhalb Wochen auf eine Lösung“, sagt Kräß.

    Kommt die nicht bald, will Kräß endgültig aufgeben. Er hat auch schon an den Verkauf seiner beiden Schiffe gedacht. Zwei Interessenten dafür hat er schon. Aber noch zögert er. Im Laufe der Jahre ist ihm die Schifffahrt auf der Donau zu sehr ans Herz gewachsen, als dass er alles mir nichts dir nichts über Bord werfen könnte. Was in besonders wurmt: Die schwere Entscheidung fällt ins Jubiläumsjahr der Schifffahrt auf der Donau bei Ulm.

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