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Theater Ulm: Ein Profikiller geht um

Theater Ulm

Ein Profikiller geht um

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    Eine sehenswerte Theaterproduktion in der Podiumsbar: In der Nele Neitzke-Inszenierung von Aki Kaurismäkis Filmklassiker „I hired a Contract Killer“ zeigen Action (v.l.): Sibylle Schleicher, Volkram Zschiesche, Florian Stern, Aglaja Stadelmann und Tini Prüfert.
    Eine sehenswerte Theaterproduktion in der Podiumsbar: In der Nele Neitzke-Inszenierung von Aki Kaurismäkis Filmklassiker „I hired a Contract Killer“ zeigen Action (v.l.): Sibylle Schleicher, Volkram Zschiesche, Florian Stern, Aglaja Stadelmann und Tini Prüfert. Foto: Foto: Ilja Mess

    Ulm. Große Geschichten machen sich nicht an großen Budgets fest. Bester Beweis hierfür ist der finnische Filmregisseur und -autor Aki Kaurismäki, dessen Filme von trockenem, poetischem Humor und außergewöhnlicher Ästhetik gekennzeichnet sind. Zu Kaurismäkis erfolgreichsten Filmen gehört die Thrillerkomödie „I hired a Contract Killer“, das Nele Neitzke in der Podiumsbar im Ulmer Theater inszeniert hat.

    Es ist gar nicht verwunderlich, dass dieser Film den Weg von der Leinwand auf die Bühne machte; er enthält alle Zutaten für beste Unterhaltung, wenn man es schwarzhumorig, skurril und lakonisch mag. Es geht um Henri Boulanger (Florian Stern), einem geborenen Antihelden. Nichts gelingt ihm, nicht mal der Selbstmord. Und so engagiert er in einer Bar einen Killer (Volkram Ziesche). Doch kaum ist das passiert, verliebt sich Henri in Margaret (Aglaja Stadelmann), zum ersten Mal in seinem Leben. Plötzlich entwickelt er Freude am Leben. Doch der Killer ist nicht gewillt, den einmal angenommenen Auftrag sausen zu lassen.

    „I hired a Contract Killer“ im Ulmer Theater ist vorzüglich gelungen. Bis in die liebevoll gestalteten Details hinein – inklusive der für Kaurismäki so typischen geschmacklos-unmodischen Einrichtungsgegenstände – ist das Kunststück gelungen, Kaurismäki auf die Bühne zu bringen. Regisseurin Nele Neitzke, ihrem Dramaturgen Benjamin Künzel und dem fabelhaften Darstellerteam gelingt es, ganz mühelos eine schräge Krimi/Liebesfarce in die Podiumsbar zu installieren, die aus lauter fabelhaften Bildern im Stummfilmstil besteht. Mittendrin: Florian Stern als Henri Boulanger. Stern agiert grandios. In Mona Hapkes treffsicherem Bühnenbild bewegt sich Stern mit dem absurdkomischen, zugleich minimalistisch zugespitzten Gebaren eines Buster Keaton. Tini Prüfert testet die Belastbarkeit mitteleuropäischer Zwerchfelle als finnische Tangoschlampe. Volkram Ziesche als lakonisch dahinsterbender Killer mit Grabestimbre – urkomisch. Zwei Details, die das Stück so gelungen machen, seien noch erwähnt. Da ist einerseits das gelungene Konzept, den Zuschauer quasi mitten ins Bühnenbild zu setzen. Ganz ohne die klassische Trennung von Bühnen- und Zuschauerraum ist man wahrlich „mittendrin“ im Stück. Ebenso geglückt ist die sehr clever gelöste Eingliederung der Kaurismäki’schen Regieanweisungen, die von allen Darstellern abwechselnd vorgetragen werden.

    In knackigen 60 Minuten bekommt man einen Leckerbissen skurrilen Humors kredenzt. Die Beteiligten auf und hinter der Bühne haben ihren Spaß – und das gilt für das Publikum ganz genau so.

    Nächste Aufführungen in der Podiumsbar am 10., 17. und 22. Februar. Karten: unter Telefon (0731) 1614444.

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